"Muskauer Steinzeug – Vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart" ist der Titel einer Ausstellung, die noch bis zum 30. Dezember im Neuen Schloss in Bad Muskau gezeigt wird. Die Stiftung „Fürst-Pückler-Park Bad Muskau“ widmet sich dabei einem Gegenstand, der den international herausragenden kunsthistorischen Ruf Muskaus lange vor Pückler und dessen Parkschöpfung begründete. Die Ausstellung gestalteten Helga Heinze aus Krauschwitz und Holger Klein aus Bad Muskau, die sich seit vielen Jahren mit der Erforschung des Muskauer Steinzeugs beschäftigen. 

Die Bezeichnung Muskauer Steinzeug fasst sowohl Keramikerzeugnisse der Stadt Muskau als auch der heute zu Polen gehörenden Orte Triebel (Trzebiel), Teuplitz (Tuplice), Jocksdorf (Jagłowice) und Zibelle (Niwica) zusammen. Beginnend mit der Innungsgründung zum Ende des 16. Jahrhunderts erstreckt sich der zeitliche Rahmen bis zur Gegenwart und beleuchtet dabei den Übergang vom Handwerk zur industriellen Produktion von technischem Steinzeug, teilt die Stiftung mit. 560 Leihgaben aus 16 deutschen, tschechischen und polnischen Museen und Institutionen, von 15 privaten Sammlern sowie aus dem Bestand des einstigen Museums der Stadt Bad Muskau und des Freundeskreises Historica Bad Muskau zeigen die Vielfalt an Form und Dekor, die Handelswege und somit die Verbreitung der Muskauer Töpferwaren. Sie geben zudem einen Einblick in die Produktionspalette des technischen Steinzeugs, die innerhalb von 150 Jahren etwa 100.000 verschiedene Artikel umfasste.

Aus mehreren Tausend Keramikfragmenten des 17. Jahrhunderts, die auf einem Töpfereigrundstück in Bad Muskau geborgen wurden, gelang es rund 200 Gefäße zusammenzusetzen, wovon 70 als Leihgaben des Landesamtes für Archäologie Sachsen präsentiert werden können, heißt es weiter.

Zur Ausstellung erscheint eine etwa 500 Seiten umfassende Publikation mit dem Titel „Muskauer Steinzeug. Handwerk und Industrie“ von Helga Heinze, Holger Klein und Stefan Krabath, herausgegeben vom Freundeskreis Historica Bad Muskau, die sich sowohl an Wissenschaftler als auch an Heimatforscher und Sammler richtet. Das Buch beschreibt die einst bedeutende, über 400-jährige Tradition der hiesigen Keramikherstellung. Im Fokus stehen nicht nur die Erzeugnisse, sondern auch die Töpfer in ihrem Arbeits- und Lebensumfeld. Es erscheint im Verlag Gunter Oettel in Görlitz (ISBN: 978-3-944560-58-8) und kostet 55 Euro.