Blasmusik Parade Cottbus

Der legendäre Radetzky-Marsch von Johann Strauß und das in aller Welt beliebte englischsprachige Kirchenlied „Amazing Grace“ („Erstaunliche Gnade“) sind die absoluten Klassiker und Evergreens an diesem Samstag (22. Februar) in der Cottbuser Stadthalle. „Bei Europas größter Musikparade präsentieren sieben Orchester aus verschiedenen Nationen ein einzigartiges Livemusik-Spektakel der Blasmusik“, kündigte Sprecherin Mona Stoppe von der Oldenburger Musikparade GmbH an. Das in diesem Jahr neu zusammengestellte Programm reicht von Military, Jazz, Swing und Klassik bis zu Filmmusik, Musicals sowie Pop- und Rockmusik. Auch klassische Märsche gehören ebenso zum Repertoire wie aktuelle Songs von Bon Jovi, Rihanna und Helene Fischer.

Mit dabei sind das deutsche Trompeter-Showcorps „Leinegarde“ aus Niedersachsen, die Regimental Band oft he Yorkshire Volunteers aus England, die italienischen „Fanfara Bersaglieri dell’Etna" und die „Rijnmondband“ aus den Niederlanden. Auch das Präsidentenorchester der Republik Moldawien, das „The United Orchestra oft he National Police“ aus der Ukraine und die „Massed Pipes & Drums“ aus Schottland und Deutschland musizieren in Cottbus. Es singt der europäische „International Golden Voices“-Chor. Besondere Höhepunkte des dreistündigen Programms sind gleich zu Beginn die Solo-Auftritte der Nationen-Orchester sowie das abschließende, große Finale mit allen Orchestern und rund 400 beteiligten Musikern und Sängern. Bisher war die internationale Musikparade bereits in sechs deutschen Städten zu Gast. Elf weitere Stationen, unter anderen in der Max-Schmeling-Halle in Berlin (23. Februar) stehen noch auf dem Tournee-Programm. Mit mehr als 100.000 Besuchern ist die europäische Musikparade die größte und erfolgreichste Tournee ihrer Art. (kay)

Internationale Musikparade, 22. Februar, jeweils 14.30 Uhr und 19.30 Uhr, Stadthalle Cottbus, Berliner Platz 6, Tickets ab 33 Euro unter www.musikparade.com

Theater Bautzen Nathan

Eine interessante Konstellation: Der Bautzener Theaterchef Lutz Hillmann spielt die Hauptrolle im "Nathan der Weise" im eigenen Haus und der ehemalige Zittauer Intendant Carsten Knödler führt Regie. Am 28. Februar hat das Stück im großen Haus Premiere. Bereits an diesem Sonntag gibt es dazu einen Literaturvormittag im Burgtheater.

Gotthold Ephraim Lessing, der 1729 in Kamenz geboren wurde, sagte über seine Herkunft „Ich bin ein Oberlausitzer von Geburt!“, teilt das Theater dazu mit. Es sei also höchste Zeit, das wohl erfolgreichste Stück unseres "Heimatdichters" wieder einmal auf die Bühne zu bringen. Zum Inhalt heißt es: Der jüdische Kaufmann Nathan hat ein christliches Mädchen, anvertraut als seine Tochter Recha aufgezogen. Nur die Christin Daja, Rechas Amme und Kinderfrau, kennt das Geheimnis. Als Nathan von einer Geschäftsreise zurückkehrt, erfährt er, dass Recha um ein Haar beim Brand seines Hauses umgekommen wäre. Doch ein junger Tempelherr hat sie gerettet. Dieser wiederum wurde kurz vorher von Sultan Saladin als einziger Gefangener begnadigt. Saladin, der dringend Geld für die Staatskasse braucht, lässt Nathan zu sich holen und will ihn mit der Frage prüfen, welche der drei Religionen die beste sei... der so bedrängte Nathan erfindet die Ringparabel.

Judentum, Christentum und Islam – sie verbindet mehr, als sie trennt. Alle Religionen haben eine Existenzberechtigung, für Gott sind alle Menschen gleich. Eine Botschaft, die heute aktueller ist denn je. Leider ist die Frage um die richtige Religion wieder zu einer aggressiv geführten Diskussion geworden, meint das Theater, und auch heute kann man sich in dieser Auseinandersetzung nicht genug auf Humanität und Menschlichkeit ohne Vorurteile besinnen.

Der „Lausitzer Literatur vorMittag“ am Sonntag steht ganz im Zeichen des berühmten Oberlausitzer Klassikers. Seine dramatischen Werke fanden sich in größeren Abständen auch immer wieder im Repertoire des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters. Die letzten Inszenierungen von „Minna von Barnhelm“, „Nathan der Weise“, „Der junge Gelehrte“ und „Emilia Galotti“ liegen schon etwas länger zurück, so dass es für das Theater endlich wieder Zeit wird für einen „neuen“ Lessing in Bautzen. Die Entscheidung fiel auf sein wohl bekanntestes Werk „Nathan der Weise“, das zuletzt Anfang der 1990er Jahre in der Regie von Michael Grosse mit Benno Schramm als Nathan gezeigt wurde. Für den „Lausitzer Literatur vorMittag“ kündigt das Theater eine Matinee an. Schauspieler und das Regieteam um Carsten Knödler werden Texte von Lessing lesen sowie konzeptionelle Gedanken, Absichten und Ideen zur bevorstehenden Nathan-Premiere vorstellen. Der Gast-Regisseur Carsten Knödler ist Schauspieldirektor in Chemnitz und war zuvor Intendant des Zittauer Theaters. (st)

„Lausitzer Literatur vorMittag“ am 23. Februar, 11 Uhr, im Burgtheater Bautzen, bereits ab 10 Uhr kann dort gefrühstückt werden. Karten zu 7 Euro (mit Frühstück 13 Euro) bitte reservieren unter Tel.: 03591 584 225 oder www.theater-bautzen.de, Premiere "Nathan der Weise" am 28. Februar, 19.30 Uhr, im großen Haus des Bautzener Theaters

Tarife Theater Cottbus

Jetzt kommen gute Nachrichten aus der Lausitzmetropole. Das Land Brandenburg will für den jahrelangen und äußerst zähen Tarifstreit am Staatstheater Cottbus zusätzlich 2,2 Millionen Euro im Rahmen des Nachtragshaushalts bereitstellen, teilte das Kulturministerium mit. Dem Vorhaben muss abschließend noch der Brandenburger Landtag zustimmen. Weitere Mittel sollen auch von der Stadt Cottbus kommen. Die Brandenburgische Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) und die Künstler-Gewerkschaften haben sich bei den Tarifverhandlungen auf neue Haustarifverträge am Vierspartentheater verständigt. Die technischen Mitarbeiter und Verwaltungsbeschäftigten erhalten rückwirkend ab 1. Januar 2020 insgesamt 6,25 Prozent mehr Gehalt und erreichen damit den Flächentarif. Die Künstler des Staatstheaters erhalten ebenfalls rückwirkend ab 1. Januar 2020 ein Plus von 3,25 Prozent sowie acht zusätzliche, freie Tage. Außerdem kommen sie ab 1. Januar 2021 ebenfalls in den Genuss des vollen Flächentarifs. Seit zehn Jahren waren die Cottbuser Theaterbeschäftigten und Künstler nach einem mehrmals korrigierten Haustarifvertrag bezahlt worden, der sie jedoch deutlich schlechter gestellt hatte als ihre Kollegen in anderen Theaterhäusern.

Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) freut sich über die jetzt erreichte Einigung im Tarifstreit am Staatstheater Cottbus. „Damit stabilisieren und stärken wir das Staatstheater Cottbus und schaffen dort gute und faire Arbeitsbedingungen“, sagte die Ministerin. Zusammen mit den Personalentscheidungen der vergangenen Wochen und Monate sind das „großartige Voraussetzungen für einen kraftvollen Start ins neue Jahr und die kommende Spielzeit 2020/2021 unter der Ägide des neuen Intendanten Stephan Märki“. Das Staatstheater ist nicht nur ein zentraler Impulsgeber für das kulturelle Leben in Cottbus und der Lausitz. „Es ist auch ein künstlerisches Aushängeschild für das Land Brandenburg“, erklärte Schüle. Außer dem Wechsel an der Spitze der Intendanz nimmt auch mit Ruth Heynen eine neue Schauspieldirektorin ab der Spielzeit 2020/2021 ihre Tätigkeit auf. Jasmina Hadziahmetovic wird neue Oberspielleiterin Oper und Alexander Merzyn ist bereits seit Dezember 2019 neuer Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters. (kay)