Poetry Slam Bautzen Steinhaus

Eine kurze Geschichte, ein witziges Gedicht, Gereimtes über die Liebe, den Alltag oder die Politik: Was bei einem Poetry Slam vorgetragen wird, ist meistens geistreich und unterhaltsam. Eine solche Veranstaltung kündigt nun das Steinhaus in Bautzen an. Die Ostbelgierin und Wahlgörlitzerin Jessy James LaFleur lädt am Samstag, 14. Dezember, zum ersten Bautz'ner Poetry Slam „Spreelevant“, mit Lesungen, Spoken Word und Poesie, heißt es.

Ein Poetry Slam ist laut Steinhaus der Rebell unter den Literaturlesungen, das kunterbunte Einhorn, eine wortwörtliche Wundertüte, die auf der Bühne explodiert und für jeden Geschmack etwas parat hält. Man weiß nie, was man bekommt, der Überraschungseffekt sei riesig. Die Regeln sind bei diesem Poetry Slam äußerst simpel, erklärt der Veranstalter. Sechs Poeten treten in einem Wettstreit gegeneinander an, sie haben sieben Minuten Lesezeit und müssen ganz ohne Kostümierung und ohne Requisiten auskommen. Im Vordergrund stehen allein die Künstler, die Stimme und vor allem: der Text! Kein Schischi, aber viel Applaus und echte Emotionen.

Über Jessy James LaFleur schreibt das Steinhaus: Sie ist Nomadin aus Überzeugung und bewandert als Spoken Word und Rap-Künstlerin seit mehr als 14 Jahren die Pfade dieser Welt. Immer auf der Suche nach neuen Abenteuern, nutzt sie drei verschiedene Sprachen, um ihre bunten Erlebnisse in Kurzgeschichten und Gedichte zu verwandeln. Zusammen mit ihrem Koffer Gustav wirbelt sie über die Bühnen der großen weiten Welt, um ihre literarischen Kreationen einem internationalen Publikum zu präsentieren. Zuerst Nizza, dann Sydney, Brighton und schließlich Deutschland, wobei sie unter anderem mit Spoken-Word- und Slam-Kollektiven aus Indien, Lüttich/Charleroi in Belgien, Warschau und Paris zusammenarbeitet. Sie ist die Gründerin der Spoken Word Agentur „Punkt.Komma.Spree!“ und moderiert und organisiert unter anderem die Poetry Veranstaltungen „BubbleSlam“ und „Wortakkord“ in Berlin sowie „Die Reimzeichner“ in Hannover. Momentan arbeitet sie außerdem an ihren ersten Buchprojekten „Bekenntnisse eines Papierfliegers“ und „Oh wie schön ist Revonnah“. Jessy James LaFleur unterrichtet seit über zehn Jahren Spoken Word und das Konzept Poetry Slam an Schulen, in Flüchtlingsheimen, deutschen JVAs und für private Gruppen. (st)

Bautz'ner Poetry Slam „Spreelevant“ am 14. Dezember, 19.30 Uhr, im Steinhaus Bautzen, Steinstraße 37, Eintritt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro.

Das Steinhaus im Netz: www.steinhaus-bautzen.de

Kunst Markt Weihnacht Museum Cottbus

Vasen mit Gesicht und Kunstwerke aus Wurzeln, die über 50 Jahre im Wasser des Spremberger Stausee lagen, sind die Hingucker beim traditionellen Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende im Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst in Cottbus. Unter dem bewährten Motto „pre-schenk“ präsentieren am Samstag und Sonntag (7. und 8. Dezember, jeweils 11 bis 18 Uhr) über 20 Kunsthandwerker und Designer aus Cottbus, Potsdam und Halle/Saale im Dieselkraftwerk am Amtsteich handgefertigte Schätze aus verschiedensten Materialien und außergewöhnliche Geschenkideen für das Fest. „Angeboten werden unikate Kostbarkeiten wie Grafiken, Keramik, Schmuckstücke und textile Accessoires sowie Makramee-Kleinode, Holzarbeiten, Papeteriewaren und Naturseifen“, sagte der Museumssprecher Christian Melzer. Außer den bereits bekannten Ausstellern sind in diesem Jahr erstmals auch neue Highlights zu entdecken, unter anderen Fotoblöcke und feinste Buchbindearbeiten aus der Brandenburger Landeshauptstadt Potsdam sowie Schmuck und Tonwaren aus der Saalestadt Halle.

Zu den ausstellenden Künstlerinnen und Künstlern gehören unter anderen die Cottbuser Keramikerinnen Rita Grafe, Gabriele Weidner, Andrea Nattke und Christina Baumbach, der Holzspezialist Thomas Stobernack und der Bildhauer, Maler und Zeichner Steffen Mertens, der unter anderen die „Kürbiskammer“ in der Lübbenauer Pension „Spreewelten“ als eines der ungewöhnlichen Hotelzimmer unter dem Motto „Schlafen im Kunstwerk“ geschaffen hat. Die Weihnachtsmarktbesucher erwartet außerdem ein buntes Rahmenprogramm, unter anderen am ersten Markttag eine einzigartige Tanzperformance mit Musik unter dem Choreografie-Motto „Bauhaus in Bewegung“ in den Kulissen von Treppenturm, Maschinenraum, Foyer und Garderobe (Samstag, 18.30 Uhr). Familien können sich am Samstag (15-17 Uhr) an einem Workshop unter dem Motto „Rappelzappel und durchgedreht“ beteiligen. An beiden Veranstaltungstagen gibt es spezielle Führungen durch die aktuelle Sonderausstellung „Unbekannte Moderne.“ Und an der Museums-Button-Maschine kann sich am Sonntag von 11-18 Uhr jeder Besucher einen kultigen Anstecker gestalten. (kay)

6. „pre-schenk“-Weihnachtsmarkt im Kunstmuseum am Amtsteich in Cottbus, 7. und. 8. Dezember, jeweils 11-18 Uhr, Eintritt frei, Tanzperformance Eintritt vier Euro, Führungen durch die Sonderausstellung jeweils zwei Euro

Cottbus Staatstheater Generalmusikdirektor

Nach den Querelen am Staatstheater Cottbus im Jahr 2018 mit dem Rücktritt von Intendant und Operndirektor Martin Schüler sowie der Kündigung von Generalmusikdirektor des Philharmonischen Orchesters, Evan Alexis Christ, ist jetzt die künftige künstlerische Leitung des Vierspartenhauses wieder komplett. „Der Stiftungsrat der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) hat der Berufung von Ruth Heynen als neue Schauspieldirektorin und von Alexander Merzyn als neuem Generalmusikdirektor zugestimmt“, teilte Ministeriumssprecher Stephan Breiding mit. Die 1963 im nordrhein-westfälischen Wesseling geborene und promovierte Dramaturgin Ruth Heynen beginnt ihre Tätigkeit als Nachfolgerin von Jo Fabian zur Spielzeit 2020/2021. Alexander Merzyn, der das Amt bereits kommissarisch innehat, wird zum 1. Januar 2020 berufen. Bereits beschlossen ist die Berufung des künftigen Intendanten und Operndirektors Stephan Märki zur Spielzeit 2020/2021 als Nachfolger von René Serge Mund.

Die Besetzung des vakanten Postens des Generalmusikdirektors des Philharmonischen Orchesters war lange Zeit ungewiss. „Dafür hatten sich rund 140 Kandidaten beworben“, teilte das Staatstheater Cottbus mit. Dank seines vorzüglichen künstlerischen Könnens konnte sich schließlich Alexander Merzyn, der sich ebenfalls um den Posten beworben hatte, durchsetzen. Mit großer Mehrheit haben die Orchestermusiker, die Sänger-Solisten und der Opernchor für ihn gestimmt. Der 1983 in Kiel geborene Orchesterleiter studierte zunächst Violoncello in Berlin. Ab 2009 absolvierte er ein Dirigierstudium in Weimar. Seit 2010 war er Gastdirigent zahlreicher Orchester, unter anderen beim MDR-Sinfonieorchester, der Deutschen Radiophilharmonie und der Dresdener Philharmonie sowie der Staatskapelle Schwerin, der Kammerakademie Potsdam und dem Tonkünstlerorchester Niederösterreich. Mit Beginn der Spielzeit 2017/2018 wechselte der 36-Jährige als 1. Kapellmeister an das Staatstheater Cottbus. Seit August 2018 ist er hier kommissarischer Generalmusikdirektor.

Brandenburgs neue Kulturministerin und Vorsitzende des Stiftungsrates der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) Manja Schüle (SPD) begrüßte die personellen Entscheidungen. „Ich freue mich sehr, dass das künstlerische Leitungsteam des Staatstheaters um den zukünftigen Intendanten Stephan Märki nun komplett ist“, sagte die Ministerin. Das Haus ist damit bestens für die kommenden Jahre aufgestellt. Die Brandenburgische Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) vereint seit 2017 unter ihrem Dach das Staatstheater Cottbus sowie das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst mit seinen Standorten Dieselkraftwerk Cottbus sowie Rathaushalle und Packhof in Frankfurt (Oder). Das Land Brandenburg unterstützt die Stiftung in diesem Jahr mit rund 12,4 Millionen Euro. (kay)