Spreewald Krimi Wölfe Fernsehpreis

Der Spreewaldkrimi "Zeit der Wölfe" hat einen Preis bekommen. Das ZDF erhielt am 21. November gleich fünf Auszeichnungen der Deutschen Akademie für Fernsehen, teilt der Sender mit. Franziska Hartmann wurde für "Sterne über uns" in der Kategorie "Schauspielerin – Hauptrolle" ausgezeichnet, Victoria Mayer für "Tage des letzten Schnees" in der Kategorie "Nebenrolle". Den Preis als bester Schauspieler in einer Nebenrolle erhielt Michael Wittenborn für die Comedyserie "Merz gegen Merz". Daneben wurden auch die ZDF-Produktionen "Unterleuten – Das zerrissene Dorf" und "Spreewaldkrimi – Zeit der Wölfe" geehrt.

Als beste Schauspielerin in einer Hauptrolle wurde Franziska Hartmann für ihre darstellerische Leistung als alleinerziehende Mutter Melli in dem Gesellschaftsdrama "Sterne über uns" geehrt, einer Koproduktion von ZDF/Das kleine Fernsehspiel in Zusammenarbeit mit ARTE. Der Film ist in der ZDFmediathek noch bis zum 14. Juni 2021 verfügbar, heißt es weiter in der Mitteilung. Außerdem: Eva Schnare wurde in der Kategorie "Filmschnitt" für "Unterleuten – Das zerrissene Dorf" geehrt. Der Dreiteiler nach dem Bestseller "Unterleuten" von Juli Zeh spielt in einem fiktiven Dorf in der brandenburgischen Provinz. Den Preis in der Kategorie Musik erhielt Martina Eisenreich für "Spreewaldkrimi – Zeit der Wölfe". Die Deutsche Akademie für Fernsehen hat den unabhängigen Branchenpreis für herausragende Einzelleistungen im deutschen Fernsehen zum achten Mal vergeben. Aufgrund der Corona-Pandemie wurden die Auszeichnungen in diesem Jahr im virtuellen Raum vergeben. 

Der Spreewaldkrimi "Zeit der Wölfe" lief am 27. April dieses Jahres im ZDF als zwölfte Folge der Krimireihe. Dabei spielt eine im Spreewald aufgetauchte Motorrad-Rockergruppe "Die Wölfe" eine Rolle. Kommissar Krüger steckte derweil in einer Sinnkrise und zog sich immer mehr in den Wald zurück. Der erste Spreewaldkrimi wurde 2006 gedreht, bekam den Titel "Das Geheimnis im Moor" und stieß auf eine derart positive Resonanz bei den Zuschauern, dass sich das ZDF entschloss, eine Reihe daraus zu entwickeln. Inzwischen war das Drehteam bereits für die 13. Folge wieder an Originalschauplätzen im Spreewald. Die ist im Februar 2020 entstanden und hat den Titel "Tödliche Fastnacht" bekommen. Gekonnt werden in den Krimis regionale Eigenheiten in Beziehungsdramen eingebunden und mit uralten Sagen aus dem Spreewald vermischt, heißt es auf der Internetseite www.spreewald-info.deDie Sprünge zwischen den verschiedenen Zeitepochen und die besondere Kulisse würden dem Zuschauer die einzigartige Naturlandschaft Spreewald zeigen. Kommissar Krüger (Christian Redl) und Polizeioberkommissar Fichte (Thorsten Merten) nutzten für ihre Fahrten zu den Tatorten häufig einen Spreewaldkahn. (st) 24. November 2020

Aufruf Oberlausitz Mundart Referenten Lusatia

Die Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung der Oberlausitzer Mundart ruft zu Vorschlägen für das Oberlausitzer Wort 2021 auf, teilt der Lusatia-Verband in seinem aktuellem Informationsbrief mit. Essen und Trinken halten bekanntlich Leib und Seele zusammen, heißt es dort, und so lautet das Motto "Oalls iebersch Assn und Trinkn", übersetzt: "Alles übers Essen und Trinken"Nicht nur Gerichte und Getränke sind gefragt, auch alles rund um Küche und Keller, Haus und Hof, das mit Essen und Trinken zu tun hat, kann genannt werden. Ebenso sollten typische Oberlausitzer Wörter, die Tätigkeiten oder Eigenschaften bezeichnen und etwas mit dem leiblichen Wohl zu tun haben, dabei nicht vergessen werden. Vorschläge sind bis zum 30. März 2021 möglich, am besten per E-Mail an den Verband. 

In diesem Jahr sind gleich drei Worte gekürt worden:

Fansterritschl: Substantiv - Wenn der Oberlausitzer vom Fansterritschl spricht, meint er die rutschende Holzplatte, die innen am Fenster angebracht ist und die man zum Verdunkeln vor das Fenster schiebt.

Noaatschn: Verb - für „weinen“ oder umgangssprachlich „heulen“.

Oack: Adverb, Partikel - sprachliche Formen aus der Zeit von 1050 bis 1350 für "nur", "bloß", „doch“, „nun“, „eben“, „wohl“ und allerdings“.

Die Oberlausitzer Worte der Vorjahre waren: 2015 Kließlroaffer, 2016 Hietroabratl, 2017 Abernmauke, 2018 Foarzwulle und 2019 Schnupptichl.

Der Lusatia-Verband sucht außerdem Referenten zu Geschichte und Landeskunde der Oberlausitz. Das Interesse daran steigt, was gut besuchte Vorträge ebenso zeigen wie das Angebot an heimatgeschichtlicher Literatur, teilt der Verband mit. Er hat dazu eine Bildungsinitiative gestartet und plant ein Vortragsprogramm mit Angeboten für Heimat- und Geschichtsvereine, für Bürger und auch Gäste der Gemeinden und Städte der Oberlausitz oder auch zur Weiterbildung für Geschichts- und Sachkundelehrer. Dafür werden Referenten gesucht, die bei dem Vortragsprogramm mitwirken möchten. Themenvorschläge können bis zum Jahresende an den Verband geschickt werden, am besten ebenso per E-Mail. (st) 23. November 2020

Vorschläge per E-Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Pückler Cottbus Branitz Baumuniversität

Dem grünen Gartenfürsten, Weltenbummler und großen Literaten Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) ist vieles zu verdanken, auch die von ihm vor rund 150 Jahren auf dem Gelände der historischen Schlossgärtnerei in Branitz gegründete Baumuniversität in Cottbus. Seit 2011 sprießen hier, wie schon damals zu Pücklers Zeiten, wieder genetisch identische Nachkommen, so genannte Wurzelschösslinge, aus Töpfen und Beeten, die dann als „junge Erwachsene“ später in den großen Landschaftspark umgesiedelt werden. „Der Bund fördert das Projekt ‚Branitzer Baumuniversität‘ jetzt mit einer Summe von fünf Millionen Euro“, teilten die Lausitzer Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Schulze (CDU) und Ulrich Freese (SPD) mit. Die Bundesförderung erfolgt über das Programm „Modellprojekte zur Klimaanpassung in urbanen Räumen“. Damit unterstützt der Bund die klimagerechte Anpassung von historischen Park- und Grünanlagen und eröffnet innovative Wege, um mit neuen Gehölzarten auf die veränderten Witterungsbedingungen und den gestiegenen Schädlingsbefall zu reagieren.

„Der Fürst war schon damals immer für eine Überraschung gut“ erinnert der Branitzer Parkleiter Claudius Wecke an den schillernden Gartenkünstler. Als erstem gelang es ihm, in Preußen einen großen, alten Baum zu verpflanzen. Dank seiner spektakulären „Baum-Maschine“, dessen Know-how er von einer England-Reise mitgebracht hatte, konnte Pückler seine Träume vom perfekten Landschaftsgarten verwirklichen. „Die Verpflanzung großer Bäume war ein Markenzeichen des Fürsten Pückler“, so der Parkleiter. In der Branitzer „Baumuniversität“ ließ er außerdem junge Bäume pflanzen, die dann später in den Park umgesetzt wurden. Seit nunmehr zehn Jahren wird nun das geniale Vorhaben Pücklers am Originalstandort erfolgreich fortgesetzt und ins „21. Jahrhundert weitergedacht“, so die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz. Die fünf Fördermillionen für die „Branitzer Baumuniversität“ sind der Start in eine neue Ära, so Stiftungsvorstand Stefan Körner. Damit kann ab 2021 ein bedeutendes Zentrum für die Vermehrung wertvoller historischer Gehölze geschaffen werden. (kay) 20. November 2020