Pückler Park Wettbewerb Robinie Cottbus

„Alt wie ein Baum möchte ich werden“ heißt es in dem bekannten Lied der „Puhdys“ aus dem Jahr 1976. In drei Textstrophen besingt die ehemalige DDR-Rockband im Viervierteltakt den „Baum des Jahres“ mit einer Krone, die weit, weit, weit über die Felder zeigt. Ob sich der bis heute zum Kult-Hit avancierte Song an einem Spitzenbaum im Branitzer Außenpark orientierte, ist nicht verbrieft. Hier steht nämlich noch in alter Frische eine vermutlich vom grünen Gartenfürsten, Weltenbummler und Literaten Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) vor rund 170 Jahren gepflanzte Robinie (Robinia pseudoacacia). Der ursprünglich aus Nordamerika stammende und im Volksmund auch als Akazie bezeichnete Baum ist nach Angaben der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz als Gestaltungselement am östlichen Ende des Eichenweges, auf einem Feld der heutigen Agrargenossenschaft Kahren, gepflanzt worden. Er hat inzwischen die staatliche Höhe von etwa 20 Metern erreicht und einen Umfang von 7,65 Metern.

„Für uns ist der im Jahr 2018 als Naturdenkmal unter besonderen Schutz gestellte Rekordbaum der älteste und dickste Baum dieser Art im Land Brandenburg“, sagte Catrin Winn-Janetz von der Branitzer Stiftung. Die rekordverdächtige Pückler-Robinie hat jetzt plötzlich auch im 21. Wettbewerb der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald um die dickste Robinie als „Baum des Jahres 2020“ eine große Siegchance. „Bis zum 6. Juni können Bewerbungen für das besondere Exemplar eingereicht werden“, teilte Jan Engel vom Landesbetrieb Forst Brandenburg aus Eberswalde mit. Eine Kommission des Landeskompetenzzentrums sucht die für den Wettbewerb angemeldeten „Rekordbäume“ auf und prüft sie vor Ort. Die abschließende Auswertung erfolgt bis Anfang Juli. Anschließend wird die „Dickste Robinie im Land Brandenburg“ gekürt.

In Brandenburg wird die auch bei Bienen beliebte Robinie seit dem frühen 18. Jahrhundert in Parks, Alleen und Wäldern angebaut. Der Holzhandel vermarktet sie als Akazie. Bundesweit gibt es in der Mark Brandenburg mit mehr als 10.000 Hektar Robinienfläche die größten Vorkommen. Das entspricht nach Angaben des Landesbetriebes Forst einer Fläche von 0,5 Prozent der Waldfläche in Brandenburg, ohne mitgezählte Allee- und Parkbäume. Konkurrierender Mitbewerber für den Titel „Dickste Robinie“ könnte eine gewöhnliche Robinie mit einem Stammumfang von 4,18 Metern aus dem Landkreis Teltow-Fläming werden. Sie steht an der Kirche Bergisdorf. Einsamer Rekordhalter und Favorit für den ausgelobten Wettbewerb ist allerdings die Branitzer Pückler-Robinie. Die Pückler-Stiftung will ihren Vorschlag für den Spitzenbaum in dieser Woche im Landeskompetenzzentrum Eberswalde einreichen. (kay)

Neiße Filmfestival

Die 17. Ausgabe des Neiße-Filmfestivals wird aufgrund der andauernden Corona-Pandemie nicht wie geplant im Mai stattfinden. Das haben die Festivalmacher vom Kunstbauerkino Großhennersdorf in Abstimmung mit Partnern und Förderern entschieden. „Die trinationale, grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist Herzstück unseres Festivals.“, erklärt Ola Staszel aus der dreiköpfigen Festivalleitung. „Die Organisation des Festivalprogramms mit mehr als 20 Spielstätten in drei Ländern ist schon unter normalen Umständen eine Herausforderung. Vor dem Hintergrund der weitreichenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens durch die Verbreitung des neuartigen Corona-Virus, geschlossenen Kinosälen, den geschlossenen Grenzen zu unseren Nachbarn in Polen und Tschechien und einer nicht absehbaren Entwicklung in den kommenden Wochen ist eine zuverlässige Vorbereitung und damit die Durchführung in der geplanten Form nicht mehr möglich", teilt die Festivalleitung mit. „Wir bedauern diese Entscheidung. Aber die Gesundheit unseres Teams und unserer Gäste haben für uns Vorrang!“  

In Zittau, der Stadt direkt an den beiden Staatsgrenzen zu Polen und Tschechien, unterstreicht auch Oberbürgermeister Thomas Zenker sein Bedauern: „Die Absage des Neiße-Filmfestivals ist im Rahmen der aktuellen Situation sehr bedauerlich, aber folgerichtig. Weil das Festival einer der wichtigsten Botschafter unseres Willens ist, über Ländergrenzen hinweg eng zusammenzuarbeiten, wiegen die aktuellen Diskussionen in Warschau und Prag über vollständige Grenzschließungen umso schwerer. Für die Entwicklung unserer gemeinsamen Region wäre das eine schwere Hypothek, für den europäischen Gedanken ein Rückschlag.“ Die Stadt Zittau werde das Neiße-Filmfestival weiterhin unterstützen und auch für eine Alternativen als Partner zur Verfügung stehen, so Zenker weiter. 

Ganz entfallen soll das 17. Neiße-Filmfestival nicht, heißt es in der Mitteilung. Ob das Festival zu einem späteren Zeitpunkt in einer kompakteren Form stattfinden wird oder Teile des Programms online zu erleben sein werden, steht allerdings noch nicht fest. (st)

Aktuelle News dazu gibt es online unter: www.neissefilmfestival.de

Kunst Corona Cottbus

Die großen Eingangstüren am Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) am Cottbuser Amtsteich bleiben zwar wegen der Corona-Krise voraussichtlich noch bis zum 19. April verschlossen. Aber die Museumsleute in Cottbus und auch im Ausstellungspendant in Frankfurt (Oder) sind pfiffig und lassen sich nicht unterkriegen. „Für den weiteren Kunstgenuss und die Teilhabe am kulturellen Leben haben wir ab sofort ein digitales Programm mit Bildbetrachtungen, Künstler-Gesprächen, Kunstquiz und weiteren Aktionen für unsere Museumsbesucher aufgelegt“, sagte Museumsdirektorin Ulrike Kremeier. Das besondere Online-Angebot unter dem Motto „BLMK extended“ ist in den sozialen Medien und auf der Webseite www.blmk.de für digitale Besucher geöffnet. Hier sind zahlreiche Beiträge aus den aktuellen Ausstellungsbereichen, den Museumsateliers und aus dem „Maschinenraum“ des ehemaligen Cottbuser Dieselkraftwerkes zu finden.

Das abwechslungsreiche Programm mit neuen Formaten bietet unter anderen Einblicke der Kustoden in die laufenden Ausstellungen mit einer großen Bilderschau. Museumschefin Ulrike Kremier beschäftigt sich mit den Zusammenhängen zwischen Kunst und Physis. „Die Mitarbeiter des Landesmuseums stellen ihre Lieblingswerke vor und aus dem Museumsatelier kommen Anregungen und Tipps zum Selbstgestalten“, heißt es. Die Programmankündigungen und die Beiträge finden die digitalen Museumsbesucher im Internet auf der Webseite „blmk.de“, bei Facebook unter „facebook.com/blmk.cb.ff“ und Instagram unter www.instagram.com/blmk.museumfuermodernekunst/ 

Im Ausstellungshaus Dieselkraftwerk Cottbus hängen aktuell die Ausstellungen „Kollektive Signaturen. Komplizenschaft und kooperative Produktion im Plakat“, Michael Morgners Präsentation „Urknall und Auferstehung“ (beide bei Wiedereröffnung des Landesmuseums noch bis zum 3. Mai zu sehen) und die Exposition „1990. Fotografische Positionen aus einem Jahr, über ein Jahr“ (geplant bis 17. Mai). Das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst beherbergt mit mehr als 42.000 Kunstwerken die weltweit umfangreichste Sammlung von Kunst aus der DDR. „Aus aktuellem Anlass werden wir bis Mitte April über mögliche Ausstellungsverlängerungen und Programmverschiebungen für das Jahr 2020 informieren“, erklärte die Museumschefin. Bis dahin soll das digitale Kunstprogramm „BLMK extended“ einen persönlichen Besuch wegen der vorübergehenden Schließung des Landesmuseums sinnvoll überbrücken. (kay)

Brandenburgisches Landesmuseum für moderne Kunst mit digitalen Kunstprogramm „BLMK extended“, siehe Webseite des Museums, Facebook und Instagram