Lausitz Nachrichten aus Cottbus vom Theater

Große Oper, Klassiker des Schauspiels, herausragende Konzerte, meisterhafter Tanz und viel Neues laden auch in der neuen Spielzeit 2019/2020 wieder zu einem Besuch in das Staatstheater Cottbus ein. Nach den Veränderungen an der Führungsspitze vor einem Jahr plant das Vierspartentheater in der 111. Theatersaison seit 1908 insgesamt 16 Premieren, acht große Philharmonische Konzerte und mehr als 30 Sonder-, Familien-, Schul- und Kammerkonzerte, sagte Intendant René Serge Mund am Montag bei der Vorstellung des neuen Spielplans. Außerdem führen 19 Gastspiele die Cottbuser Ensembles an Theater in den Ländern Brandenburg und Hessen. In der Übergangszeit bis zum Amtsantritt des neuen Intendanten und Operndirektors Stephan Märki ab August 2020 will Mund alle personellen, künstlerischen und technischen Ressourcen nutzen, um innovative Impulse in der Arbeit von Schauspiel, Musiktheater, Ballett und Orchester zu setzen. Außerdem soll die Vertrauens-Kampagne innerhalb des Theaters intensiv fortgeführt werden.

Einen besonderen Höhepunkt der neuen Saison erwartet die Besucher bereits gleich zu Beginn der neuen Spielzeit mit der Uraufführung der Oper „Effi Briest“ des renommierten Komponisten Siegfried Matthus. Das Staatstheater will damit am 19. Oktober 2019 im Jubiläumsjahr zum 200. Geburtstag Theodor Fontanes und seines gleichnamigen Romans einen außergewöhnlichen, künstlerischen Akzent setzen. Mit Verdis „Otello“ (25. April 2020) und dem Mehrspartenprojekt „Satyagraha“ von Philipp Glass (19. Juni 2020) stehen noch zwei weitere Opernknüller im Spielplan. Im Schauspiel wird mit Goethes „Faust“ einer der großen Klassiker am 30. November 2019 erwartet. Gespannt sein darf man auch auf die Stückentwicklung und Uraufführung „Antifaust“ von Schauspieldirektor Jo Fabian am 29. Februar 2010. Hier soll es um eine Auseinandersetzung mit dem „Original“ gehen. Das Schauspielensemble bietet zudem unter dem Motto „Angstbefreite Zone“ ab September wieder im Kammerbühnen-Foyer einen Ort für vorurteilsfreie Debatten.

Das Philharmonische Orchester unter Leitung des kommissarischen Generalmusikdirektors Alexander Merzyn lädt zu einer mehrteiligen Konzertreihe in Deutschlands Nachbarländer ein. Außerdem gibt es zwölf Konzerte im Rahmen des Jubiläumsjahres zum 250. Geburtstag Ludwig von Beethovens. Das erstmals als eigene Sparte auftretende Ballett des Staatstheaters bietet unter anderen mit „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (10. November 2019) und „Petruschka“ mit der Musik von Igor Strawinsky (28. März 2020) zwei Premieren mit enormer, künstlerischer Bandbreite. Mit dem Singspiel „Im weißen Rössl“ (25. Januar 2020) steht außerdem eines der bekanntesten Musiktheaterstücke auf dem Programm. Zum Abschluss der der Theatersaison wird zum dritten Mal in Folge zu einer „Walzernacht“ auf dem Cottbuser Altmarkt eingeladen. Am 25. August stellt das Staatstheater Cottbus traditionell den neuen Spielplan im Pückler-Park Branitz vor. Das Mehrspartentheater hat gegenwärtig 16 Schauspieler, 17 Opernsänger, acht Tänzer, 32 Opernchorsänger und 74 Orchestermusiker. (kay)