Sandow Cottbus Installation Museum

Es sieht auf den ersten Blick aus wie eine gigantische Wäscheleine, die zwischen zwei Holzpfählen gespannt ist. An ihr hängen aber keine rotbraun gefleckten Textilstücke als überdimensionale Laken aus Stoff, sondern großflächige, rostige Stahlbleche. Sobald sie der Wind „streichelt“, erzeugen sie ab Freitag (25. Juni) auf dem Cottbuser Amtsteich verschiedene Geräusche und Töne. Dabei erinnern sie nicht nur an eine singende Säge, sondern auch an das dumpfe Stampfen der Maschinen im ehemaligen Dieselkraftwerk, das seit nunmehr 15 Jahren das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) beheimatet.

„Die faszinierende Idee für diese ungewöhnliche Kunst-Installation für alle Sinne hatte Chris Hinze“, teilte das BLMK mit. Der 1969 in der Lausitzmetropole geborene Mitgründer der legendären und nach dem Cottbuser Stadtteil „Sandow“ benannten Musikband und Autodidakt der Bildenden Kunst wirft noch bis Ende Oktober als „Schnittmeister“ die Anker in seiner Geburtsstadt aus. „Hinze ist seit mehr als 30 Jahren eine unübersehbare Größe im Kunst- und Kulturbetrieb Brandenburgs und darüber hinaus“, so eine BLMK-Sprecherin. Sein Ansehen als Musiker, der seit der Bandgründung von „Sandow“ im Jahr 1982 solistisch mit Gitarre, Gesang und seinem Klanglabor unterwegs ist, ist ebenso relevant wie seine Position im Bereich der Bildenden Kunst.

Sein Kunstwerk wird in Cottbus nicht neben dem Amtsteich, sondern förmlich im kleinen Gewässer steckend und über der Wasseroberfläche schwebend präsentiert. Zur feierlichen Eröffnung gibt es eine musikalische Begleitung von Schauspielerin und Sängerin Momo Kohlschmidt. Sie ist seit 1997 mit dem Komponisten, Frontmann und Mitgründer der Musikband „Sandow“, Kai-Uwe Kohlschmidt, verheiratet. Sehr wahrscheinlich gibt es am Freitag ein Wiedersehen zwischen Chris Hinze und Kai-Uwe Kohlschmidt, die vor knapp 40 Jahren als 13-Jährige die bekannte Rockband in Cottbus gründeten. Und vielleicht sind ja bei der Vernissage der Kunst-Installation am Amtsteich auch die markanten Töne aus dem berühmten Erfolgssong der Band „Born in the GDR“ oder aus dem „Sandow“-Album „Wir bringen unsere Sehnsucht auf das Papier und in den Gesang“ zu hören. Der Eintritt ist frei. (kay) 24. Juni 2021

Installation „Schnittmeister“ von Chris Hinze auf dem Cottbuser Amtsteich am Landesmuseum/Dieselkraftwerk, bis Ende Oktober, feierliche Eröffnung am 25. Juni, 19 Uhr, Eintritt frei

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