Jan Cyz Konzert Schloss Hoyerswerda

Konzerte an beiden Orgeln im Bautzener Dom, musikalische Gäste aus Österreich und Italien: Der Bautzener Orgelsommer verspricht einige Überraschungen. Bis in den August hinein sind Konzerte geplant. Zu den Komponisten gehört Jan Cyž (sorbisch, ausgesprochen: Zisch, wie davonzischen, wie er es selber mal sagte) aus Bautzen. Der 66-Jährige hat ein Werk geschrieben, das am 7. Juli aufgeführt wird, und nennt es "Dona nobis... Re - Sponsorium für Orgel". Sein 2001 komponiertes Orgelsolo greift Elemente des klassischen liturgischen Responsoriums (lat. = Antwortgesang) auf, erklärt der Komponist. Das Wortspiel „Re - Sponsorium“ sollte nicht zu streng gedeutet werden, betont Jan Cyž. "Tonhöhenmäßig basiert das Stück auf der Grundreihe: F - B - (Initialen von Friedemann Böhme, Organist und Domkantor in St. Petri zu Bautzen, ihm ist das Werk auch gewidmet) E - H - Es - C - G - D - Fis - As - A - Cis, mit deren beiden Anfangstönen F (im Wechsel mit Fis) und B es auch endet." Von inhaltlicher Bedeutung sei außerdem ein Zitat der Nummer 38 (Choral "Mir hat die Welt trüglich gericht't") aus Bachs "Matthäus-Passion".

Spannende Konzerte gibt es schon vorher. An diesem Mittwoch (23. Juni) spielt Domorganist Professor Stephan Leuthold aus Bremen Werke von Mendelssohn, Debussy und Reger. Eine Woche später ist ein Italiener zu Gast im Bautzener Dom. Antonio Bianchi aus Verona lässt Werke von Capocci, Bossi und Rheinberger erklingen. Am 7. Juli kommt Domorganist Thomas Sauer aus Berlin und hat neben der Komposition von Cyž auch Werke von Bach, Dupré und Hersbo im Programm. So steht es im Plan für den Bautzener Orgelsommer. Ein Konzert an beiden Domorgeln ist am 14. Juli vorgesehen, das mit Hans Josef Knaust aus Salzburg und Michael Vetter aus Bautzen.

Wer sich selbst als Komponist versuchen möchte, ist auch bei Jan Cyž gut aufgehoben. Am 2. Juli beginnt ein Kurs von ihm im Haus der Sorben in Bautzen. Zuletzt war Jan Cyž Musikdramaturg und Archivar beim Sorbischen National-Ensemble in Bautzen. Er hatte dort als Chorsänger angefangen, Gesang in Dresden studiert und parallel dazu privat Komposition bei Juro Mětšk und dem Dresdener Komponisten Professor Wilfried Krätzschmar studiert. "Geprägt wird mein kompositorisches Schaffen vor allem durch die 2. Wiener Schule, durch deren Begründer Arnold Schönberg, sowie durch seine Schüler Alban Berg und Anton von Webern", steht auf seiner Internetseite. Und: Besonderen Stellenwert bekommt jedoch die Kammermusik. Sie wird nicht mehr ausschließlich in der konventionellen Besetzungsform angewandt, sondern es werden kleine instrumentale Gruppen hervorgebracht, welche in der Besetzung von unterschiedlicher Natur sind. Das klassische Streichquartett und andere Formen werden ausgetauscht durch eine Verbindung von Instrumenten unterschiedlichen Charakters. 

Die nächste Uraufführung eines Werkes von Jan Cyž steht auch schon fest. Das Konzert ist am 21. August im Museum in Potsdam, der Titel „cosa rimane…“ für Sopransaxophon, Viola, Kontrabass und Klavier mit Percussion: Jazzbesen und Holzklapper. (st) 23. Juni 2021

Bautzener Orgelsommer jeden Mittwoch, 19.30 Uhr, bis 27. August, zum Schluss Stummfilm und Musik; außerdem Orgelmusik am Mittag bis Ende September, dienstags 12 Uhr für 15 Minuten, anschließend Domführung

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