Pückler Park Branitz Cottbus Fontäne See Jubiläum

„Wat is’n Dampfmaschin?“, wird in der „Feuerzangenbowle“ gefragt. „Da stelle ma uns mal janz dumm und sagen, en Dampfmaschin iss ne jroße, runde, schwarze Raum mit zwei Löchern; durch das eine kommt der Dampf rein, un das andere  krieje ma späta…“, erklärt Physiklehrer Böhmel seinen erstaunten Schülern in dem bekannten UFA-Film mit Heinz Rühmann. Am Pückler-Schloss Branitz in Cottbus können sich die Besucher jetzt auch noch das zweite Loch erklären lassen. Hier schnauft und zischt nämlich seit dieser Woche auf dem Marstallhof eine rund 100-jährige Dampfmaschine des Fördervereins „Mobile Welten“ Hannover. Die Lokomobile ist Teil der neuen Ausstellung „Pückler industriös. Energie und Phantasie in Branitz“. Gerne hätte der grüne Gartenfürst, Weltenbummler und Literat (1785-1871) ein solches Dampfross schon im Jahr 1846 gehabt, um eine Fontäne am Schloss aufsteigen zu lassen. „Aber damals fehlte ihm das Geld“, erklärte Kuratorin Simone Neuhäuser den Grund. Jetzt wurde der Wunsch des Fürsten doch noch erfüllt. Seit Dienstag sprudelt eine zehn Meter hohe Fontäne im Schlosssee. Symbolisch hat sie den Start ins Jubiläumsjahr „175 Jahre Branitzer Parklandschaft“ verkündet und das vor wichtiger Prominenz unter anderen mit Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) und dem Cottbuser Oberbürgermeister Holger Kelch (CDU).

„Wir haben in den nächsten Jahren viel vor“, verkündete der Vorstand der Branitzer Stiftung, Stefan Körner. Mit dem „Masterplan Branitz 2021-2028“ kann jetzt die grundhafte Sanierung der bedeutenden Anlagen beginnen. Rund 16 Millionen Euro stellen Bund und Land für die erste Etappe bereit. Das Schloss soll vom Boden bis zum Dach eine Generalsanierung erhalten. Dazu wird es, wie vom großen Verhüllungskünstler Christo vorgemacht, während der Bauzeit eine besonders originelle Verpackung geben, kündigte Körner an. Eine neue Ära soll auch für die zukunftsorientierte Gehölzvermehrung beginnen. Die Branitzer Baumuniversität  wird dazu als bundesweites Modellprojekt weiter ausgebaut. Bereits fertiggestellt ist die ehemals als Begräbnisstätte für Fürstin Lucie (1776-1854) gedachte Landpyramide. Die zwölf  historischen Rasenstufen erhielten ihren „letzten Schliff“. Fehlt jetzt nur noch das höchste Gütesiegel für die 175 Jahre alte Branitzer Parklandschaft – die Aufnahme ins Unesco-Weltkulturerbe. Vielleicht klappt es bereits zum 180. Parkjubiläum. (kay) 30. April 2021

„Die Lokomobile unter Dampf“- 1. u. 2. Mai, jeweils ab 11 Uhr, Marstallhof, sowie fünf weitere Stationen im Pleasureground um das Schloss, Eintritt frei

   

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