Pückler Cottbus Branitz Rehgarten

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche durch des Frühlings holden belebenden Blick“, dichtete vor über 200 Jahren Johann Wolfgang von Goethe in seinem berühmten „Osterspaziergang“. Jetzt grünt auch rund um das Pückler-Schloss Branitz in Cottbus frei nach Goethe wieder Hoffnungsglück. Nach kurzer Abwesenheit ist sie nämlich wieder zurück, die wunderschöne „Venus Italica“. Fast synchron mit der traditionellen Frühjahrsbepflanzung wurde die vom grünen Gartenfürsten, Weltenbummler und Literaten Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) bei seiner römischen Jugendwanderung entdeckte, bronzene Venus-Nachbildung wieder auf ihren Sockel gehoben. Rings um die „Schöne“ und das spektakulärste aller Branitzer Blumenbeete erstrahlen jetzt über 420 Frühlingsblüher, unter anderen Hornveilchen und Stiefmütterchen in verschiedenen Farben, wie schon zu Pücklers Zeiten.

 „Die Beete am Schloss wurden außerdem mit rund 5.500 bunten Frühjahrspflanzen bestückt“ sagte die Sprecherin der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz, Catrin Winn-Janetz. Die schon im vergangenen Herbst gesteckten Blumenzwiebeln, wie Tulpen, Hyazinthen, Hasenglöckchen, Kaiserkronen und Vergissmeinnicht, sollen vielleicht schon zu Ostern für eine blühende Landschaft sorgen. Finanziert wurde der schöne Frühjahrsschmuck im Pleasureground auch in diesem Jahr wieder durch den rührigen Förderverein „Fürst Pückler in Branitz“. Die erfahrenen Branitzer Gärtner, Vereinsmitglieder und auch Mitarbeiter der „Lebenshilfe Werkstätten Hand in Hand“ haben sie in die Erde gebracht.

Aber nicht nur das mit europäischen Fördermitteln wieder in alter Pracht und Schönheit entstehende, historische Venusbeet ist zu den Feiertagen einen Osterspaziergang wert. Auch der „Rehgarten“ in unmittelbarer Schlossnähe wird sicher die Besucher anlocken. Hier, wo Fürst Pückler ein Gehege für zahme Rehe und Hirsche eingerichtet hatte, um damit an seine legendäre Kutschfahrt mit weißen Hirschen vor dem Berliner Kaffehaus Kranzler zu erinnern, sind inzwischen drei neue Brücken entstanden. Zu ihnen gehört auch die neue „Lindenbrücke“ am historischen Standort und die damals vom Fürsten aufgestellte Büste seines Schwiegervaters, des preußischen Staatskanzlers Karl August von Hardenberg. Für dem Branitzer Osterspaziergang gibt es noch eine sehr erfreuliche Nachricht. Ab Karfreitag (2. April, 10 Uhr) startet die Cottbuser Parkeisenbahn in die neue Saison und bringt die Besucher auch an allen Osterfeiertagen vom Bahnhof „Sandower Dreieck“ fast bis zur „Venus Italica“ im Branitzer Park. (kay) 1.April 2021

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