Kunstaktion Plakate Museum Cottbus

„Je länger ich hier bin, desto weniger verstehe ich. Ich will mich an alles erinnern, aber vielleicht reicht es, durch ein kleines Loch zu gucken, auf einen Tag“, schrieb die Zeichnerin und Illustratorin Nino Paula Bulling zu ihrem grafischen Gedicht an einen Brieffreund. 38 kleinformatige Handzeichnungen hat die 1986 geborene Berlinerin vor vier Jahren in ihrem Buch „Lichtpause“ veröffentlicht. Dabei nimmt sie nicht nur den Brieffreund, sondern auch die Leser mit auf einen interessanten Spaziergang durch die algerische Hauptstadt. „Die ganze Bildererzählung hängt bereits bei uns“, teilte das Brandenburgische Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) mit. Die Einzelausstellung der Künstlerin, die ihr Studium bei ATAK/Georg Barber an der Burg Giebichenstein in Halle absolvierte und jetzt in der deutschen Hauptstadt lebt und arbeitet, sollte eigentlich schon im November am Cottbuser Amtsteich eröffnet werden. Wegen der Corona-Auflagen musste die Präsentation im Schalthaus jedoch verschoben werden.

Zwischenzeitlich hat das  BLMK in Cottbus jetzt erfolgreich nach einer anderen Variante  für Kunstpräsentationen im städtischen Umfeld gesucht und auch gefunden. „Dabei wurden 13 Motive als großformatige Unikatplakate gedruckt“, sagte Museumsdirektorin Ulrike Kremeier. Die Bilderauswahl aus der Graphic Novel „Lichtpause“ wird noch bis zum 30. März in einigen Schaufenstern rund um den Cottbuser Altmarkt und auch im Cottbuser Rathaus präsentiert. Unterstützt wird die Kunstaktion von gastronomischen Einrichtungen in der Innenstadt, unter anderen dem Eiscafé „Da Capo“, dem Restaurant „bay’s“ und der Kaffeebar „Coffeelatte“ am Altmarkt. Die zwischen Herbst 2016 und Frühjahr 2017 bei zwei Aufenthalten in der flächenmäßig zehntgrößten Stadt der Welt entstandenen Kunstwerke von Nino Paula Bulling thematisieren Freundschaft und öffnen „Fenster“ für eine imaginäre (Bilder)-Reise in eine andere Stadt.

Die 38 Handzeichnungen von Nino Paula Bulling können übrigens ab sofort in der Einzelausstellung „Lichtpause“ im Cottbuser Landesmuseum bewundert werden. Das Kunstmuseum Dieselkraftwerk hat seit Dienstag (9. März) wieder geöffnet. Gezeigt werden auch die bereits aufgebauten Ausstellungen „Der Aufstand der Zeichen“ von Gil Schlesinger und „Stich für Stich. Faden um Faden – Textile Bild/Räume“. Allerdings ist eine telefonische Voranmeldung erforderlich und in allen Ausstellungsräumen gilt ausnahmslos die Pflicht zum Tragen einer medizinischen Maske.(kay) 9. März 2021

Landesmuseum für moderne Kunst/Dieselkraftwerk am Cottbuser Amtsteich, wieder geöffnet Dienstag bis Sonntag, 12-18 Uhr, Voranmeldung Telefon 0355-49494040

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