Gerhard Gundermann Seilschaft Kulturfabrik Hoyerswerda Linda Tochter Band Bräute

"du bist in mein herz gefall'n
wie in ein verlassenes haus
hast die türen und fenster weit aufgerissen
das licht kam rein und raus
ich hatte doch schon meinen frieden
aber du bist so ne laute braut
du hast mich wieder ausgeschnitten
aus meiner dicken haut"

So beginnt "Linda" von Gerhard Gundermann (1955-1998). Der Hoyerswerdaer Liedermacher hat es 1993 für seine Tochter Linda geschrieben, die 1992 geboren wurde und nun selber mit einer Band auftritt. Am 21. Februar ist sein Geburtstag. Einen Tag vorher wollte der Verein Gundermanns Seilschaft wieder in der Kulturfabrik in Hoyerswerda an den Liedermacher erinnern und hatte eine Gesprächsrunde und ein Konzert bei Facebook angekündigt. Zusammen mit Gundermanns Label BuschFunk waren auch Konzerte in Leipzig und Berlin geplant und Tickets im Angebot. Doch inzwischen teilte BuschFunk mit: Alle Veranstaltungen mussten leider um fast ein Jahr nach 2022 verlegt werden! "Gundermanns Lieder in Europa - Das Konzert" ist jetzt am 19. Februar 2022 in Hoyerswerda vorgesehen. 

„Gundermanns Lieder in Europa“ waren bereits auf Tournee. Jetzt ist ein zweiter Teil geplant. "Hört, was die Liedermacher mit Gundis Liedern in Europa erlebt haben…", schreibt Gundermanns Seilschaft. Mit „Keine Zeit mehr“ auf Englisch, mit „Brigitta“ auf Italienisch und „Gras“ auf Tschechisch, Gundis Lieder gibt es in mindestens zehn Sprachen. Für den Verein ist Heiner Kondschak der Häuptling der Randgruppencombo. Der engagierte Tübinger Theaterregisseur, der seit 20 Jahren selbst Gundermann vor begeistertem Publikum singt, präsentiert die europäischen Liedermacher und will auch selbst die Gitarre in die Hand nehmen. Die Idee für das Europaprojekt kam ursprünglich vom holländischen Gundermann-Interpreten Johan Meijer und seiner Frau Diete Oudesluijs. Gundermanns Lieder eben nicht nur in Holland zu verbreiten, sondern sie auch nach Russland, England oder Frankreich auf die Reise zu schicken. So hatten zu Gundermanns 20. Todestag europäischen Liedermacher und Übersetzer bei einem Workshop am Tagebausee im Juni 2018 zahlreiche Lieder übersetzt. Daraus entstand ein Liederbuch mit eingelegter CD. Mit der neuen Kurztournee sollen erneut seine Texte in anderen Sprachen zu hören sein.
Wer Gundermanns Lieder wirklich in Europa verbreiten will, braucht einen langen Atem, meint der Verein. Gundi selbst hatte diesen langen Atem, „härter als der Rest“ war er bis zu seinem viel zu frühen Tod 1998, ging vom Tagebau direkt zum Konzert oder nach wenigen Stunden Schlaf wieder auf seinen Bagger. Manchmal fuhr er aber auch nach Berlin und sprach mit dem Pfarrer Heinrich Fink über Gott. Viele seiner Überlegungen zu Gott, zu Utopien sind überliefert. Und nicht zuletzt auch wegen dieser wird er von vielen hochgeschätzt, heißt es weiter bei Gundermanns Seilschaft. Und: "Wir sprechen mit einem Fachmann über Gundi und seine Beziehung zu Gott." „… weil du im bergbau arbeitest mann und weil du lieder machst…“ ist das Thema der Gesprächsrunde, die am Nachmittag geplant war und nun vermutlich auch in das Jahr 2022 verschoben wird. Das Konzert ist am Abend. Ihr Kommen zugesagt haben bisher: George Leitenberger CH, Jan Řepka CZ, Carmen Orlet & Hugo Dietrich D, Andreas Albrecht D, David Robb + 1 GB, Piero Angelo de Lazzer + 2 IT, Johan Meijer NL, Jos Koning NL, Aleksander Trąbczyński PL, Zhenja Oks Rus und der sorbische Musiker Bernd Pittkunings  (st) 16. Februar 2021

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