Egon Spremberg Bürgermeister Wochatz Adelsfräulein Jutta Kittlitz

Er wurde geachtet und gelobt, von vielen geschätzt, gefeiert und verehrt. „Mensch Egon“ – sogar ein 56 Minuten langer Film mit den Lebensstationen von Egon Wochatz (1936-2020) von der Kindheit bis zum Lokalpolitiker wurde von den Sprembergern Ulrich Meißner und Peter Moschall gedreht. Jetzt ist der frühere Bürgermeister, Artillerist, Fußballer, Lehrer, Strittmatter- und Bismarckfan sowie glühender Verehrer der historischen Figuren der Stadt, in deren Rolle er oftmals selbst als Ratsherr schlüpfte, tot. „Über 100 Spremberger haben sich bisher in das im Rathaus ausgelegte Kondolenzbuch eingetragen“, sagte Stadtsprecher und Vorsitzender des Gemeindekirchenrates Alexander Adam. Am Freitag (15. Januar, 11 Uhr) tritt er in der Kreuzkirche seine letzte Reise an. Die von den Angehörigen gestaltete Trauerfeier wird vom Spremberger Stadtfernsehen aufgezeichnet und an diesem und auch noch an den Folgetagen ausgestrahlt. Die Aufzeichnung wird darüber hinaus auf der Internetseite www.sprembergtv.de eingestellt. Die Urnenbeisetzung erfolgt im engsten Familienkreis auf dem neuen Georgenberg-Friedhof. Egon Wochatz prägte nach den Worten von Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier, dem Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung und dem Personalrat die Entwicklung seiner Heimatstadt in maßgeblicher Weise. Die Spremberger nehmen Abschied von einem allseits geschätzten und beliebten Mitbürger, dem das Wohl seiner Stadt und seiner Bürger am Herzen lag.

„Auch ich habe ihm sehr viel zu verdanken und vermisse ihn“, sagte das Spremberger Adelsfräulein Jutta von Kittlitz alias Veronika Dubau zum Tod von Egon Wochatz. Nur einen Steinwurf weit weg von der damaligen, kleinen Kapelle auf dem Georgenberg wird er seine letzte Ruhestätte finden. In Erinnerung an den geschichtsträchtigen Ort trat im Jahr 2006, genau zum 70. Geburtstag von Egon Wochatz, die verloren geglaubte Adlige in ihrem markanten Kostüm erstmals vor den erstaunten Spremberger Bürgermeister und ins Rampenlicht der Stadtgeschichte. So, wie Harri Piel, Mutter Birnbaum, Nachtwächter Kulke und Räuberhauptmann Lauermann mit seiner Räuberbande, sorgte danach Jutta von Kittlitz als historische Figur mit ihren Auftritten sogar für bundesweites Aufsehen. Wie von Egon Wochatz gewünscht und unterstützt, erinnert das jährliche Georgenbergfest bis heute an die wohl bekannteste Spremberger Sage. Auch in diesem Jahr soll mit der Jutta-Sage wieder an das Adelsfräulein erinnert werden, das im 12. Jahrhundert zu Ehren ihres unversehrt aus dem Krieg zurückgekehrten Liebsten eine kleine Taufkapelle auf der höchsten Spremberger Erhebung errichten ließ. Egon Wochatz wird es ganz in der Nähe, aber doch fern von uns, miterleben. (kay) 13. Januar  2021 

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