Pückler Cottbus Branitz Baumuniversität

Dem grünen Gartenfürsten, Weltenbummler und großen Literaten Fürst Hermann von Pückler-Muskau (1785-1871) ist vieles zu verdanken, auch die von ihm vor rund 150 Jahren auf dem Gelände der historischen Schlossgärtnerei in Branitz gegründete Baumuniversität in Cottbus. Seit 2011 sprießen hier, wie schon damals zu Pücklers Zeiten, wieder genetisch identische Nachkommen, so genannte Wurzelschösslinge, aus Töpfen und Beeten, die dann als „junge Erwachsene“ später in den großen Landschaftspark umgesiedelt werden. „Der Bund fördert das Projekt ‚Branitzer Baumuniversität‘ jetzt mit einer Summe von fünf Millionen Euro“, teilten die Lausitzer Bundestagsabgeordneten Klaus-Peter Schulze (CDU) und Ulrich Freese (SPD) mit. Die Bundesförderung erfolgt über das Programm „Modellprojekte zur Klimaanpassung in urbanen Räumen“. Damit unterstützt der Bund die klimagerechte Anpassung von historischen Park- und Grünanlagen und eröffnet innovative Wege, um mit neuen Gehölzarten auf die veränderten Witterungsbedingungen und den gestiegenen Schädlingsbefall zu reagieren.

„Der Fürst war schon damals immer für eine Überraschung gut“ erinnert der Branitzer Parkleiter Claudius Wecke an den schillernden Gartenkünstler. Als erstem gelang es ihm, in Preußen einen großen, alten Baum zu verpflanzen. Dank seiner spektakulären „Baum-Maschine“, dessen Know-how er von einer England-Reise mitgebracht hatte, konnte Pückler seine Träume vom perfekten Landschaftsgarten verwirklichen. „Die Verpflanzung großer Bäume war ein Markenzeichen des Fürsten Pückler“, so der Parkleiter. In der Branitzer „Baumuniversität“ ließ er außerdem junge Bäume pflanzen, die dann später in den Park umgesetzt wurden. Seit nunmehr zehn Jahren wird nun das geniale Vorhaben Pücklers am Originalstandort erfolgreich fortgesetzt und ins „21. Jahrhundert weitergedacht“, so die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz. Die fünf Fördermillionen für die „Branitzer Baumuniversität“ sind der Start in eine neue Ära, so Stiftungsvorstand Stefan Körner. Damit kann ab 2021 ein bedeutendes Zentrum für die Vermehrung wertvoller historischer Gehölze geschaffen werden. (kay) 20. November 2020

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