Ausstellung Dieselkraftwerk Cottbus Aufstand Zeichen Corona

„Der Aufstand der Zeichen“ nennt sich eine neue Ausstellung im Brandenburger Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) im Dieselkraftwerk Cottbus. Ab Samstag (14. November) sollen die Arbeiten auf Papier des 1931 im tschechischen Usti nad Labem geborenen deutschen Malers und Grafikers Gil Schlesinger zu sehen sein. Der Ausstellungstitel stand schon vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie fest, hat aber im übertragenen Sinne auch etwas mit der von BLMK-Direktorin Ulrike Kremeier geübten Kritik an der erneuten Schließung der in Cottbus und Frankfurt (Oder) beheimateten Museen zu tun. „Wir halten die aktuelle Schließung der Museen für falsch“, erklärte Kremeier. Diese Verordnung ist ein schwerer Schlag für uns alle; denn nur durch sein Publikum ist ein Museum ein lebendiger Ort der produktiven Auseinandersetzung, der Kommunikation, des Lernens, des individuellen und des kollektiven Erlebens, ein Raum der Begegnung, des Denkens und des Genießens gleichermaßen. Anstelle von pauschalen Schließungen plädiert sie für abgestufte Handlungsszenarien. „Zehn Quadratmeter pro eine Person oder fünf Besucher pro Raum – das schaffen wir!“ begründet die Museumsdirektorin das auch im Hygienekonzept festgeschriebene Verhalten der Museumsbesucher.

Allerdings ist sie mit ihrer sicher auch berechtigten Kritik einer von vielen „Rufern“ aus der Kulturszene des Landes Brandenburg. Geändert wird dadurch allerdings (noch) nichts, auch nicht im Cottbuser Dieselkraftwerk. Die Schlesinger-Ausstellung mit Wechselwirkungen und Verschiebungen der Formenzeichen und Zeichensysteme zwischen Malerei und Grafik sowie zwischen Leinwand und Papier wird am Samstag ohne Vernissage und Museumsbesucher eröffnet. Gleiches trifft auch auf die ab 14. November konzipierte Ausstellung „Lichtpause“ von Paula Bulling zu. Auch ihre Bildererzählung, wo das Licht in der Stadt in 36 originalen Farbstiftzeichnungen der Lichtpause zum Akteur wird, soll mit Corona-Auflagen zunächst bis zum 30. November ohne Publikum im Cottbuser Dieselkraftwerk gezeigt werden. Beiden interessanten Ausstellungen wünscht man, dass sie dann noch bis zum 10. Januar 2021 eine große Besucherschar anlocken. Für die arg gebeutelte BLMK-Ausstellungssaison sind dann noch mit „Stich für Stich. Faden um Faden – Textile Bild/Räume und „Umhüllt. Figurenbilder der Moderne“ vom 5. Dezember bis zum 7. Februar noch zwei weitere Ausstellungen im Cottbuser Dieselkraftwerk am Amtsteich geplant. Das BLMK-Museumspendant in Frankfurt (Oder) plant ebenfalls noch zwei Ausstellungen bis Anfang Februar 2021. Damit stehen insgesamt noch sechs künstlerische Präsentationen auf dem Programm des Brandenburger Landesmuseums. (kay) 11.11.2020

Weitere Informationen unter www.blmk.de

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