Arthur Schnitzlers "Reigen" hatte am Freitag im Zittauer Theater Premiere. Die Spielstätte bezeichnet es selbst als Skandalstück. Die Premiere in der Studiobühne "hinterm Vorhang" war restlos ausverkauft.

Das Publikum erwartet ein kurzweiliger Abend in zehn Akten, verpackt in einen feuchtfröhlichen Partnertausch, teilt das Theater mit. Das Werk des Wiener Autors polarisiert schon seit seiner Uraufführung 1920. Er prangerte damit die moralischen Missstände der Wiener Gesellschaft an und führte diese vor. Damals ließ das Stück über die bekanntlich schönste Sache der Welt die Gemüter so überkochen, dass es mehrere Jahre lang verboten wurde.

Schauspielintendantin Dorotty Szalma inszeniert das Werk mit Mitgliedern des Zittauer Ensembles und zwei Schauspielkollegen aus dem Partnertheater im tschechischen Liberec. Mit dem Bezug der oftmals anonymisierten Liebe und Erotik im Internet holt sie das Stück in die Gegenwart, heißt es.

Zur Handlung schreibt das Theater: Nacheinander landen zehn verschiedene Figuren miteinander im Bett: Die Dirne geht ihrem Handwerk mit dem Soldaten nach, der sich anschließend mit dem Stubenmädchen vergnügt – das wiederum den jungen Herrn verführt. Der junge Herr trifft sich zum Stelldichein mit der jungen Frau, die später ihrer ehelichen »Pflicht« mit dem Gatten nachkommt. Der Ehegatte hat jedoch eine Affäre mit dem süßen Mädel, das auch etwas mit dem Dichter laufen hat, der allerdings nebenbei mit der Schauspielerin schläft – die den Grafen geradezu zur Liebesnacht nötigt. Und der Kreis schließt sich: Der Graf nimmt schließlich die Dienste der Dirne in Anspruch.

Weitere Vorstellungen am Mi., 17.4. (Studententag), Sa., 27.4., Fr., 3.5., Mi., 22.5., jeweils 19 Uhr.