Tierpark Görlitz Störche Auswilderung Biosphärenreservat Wartha

Der Görlitzer Naturschutztierpark hat in diesem Jahr ein Drama bei den Bodenstörchen erlebt. Es gab aber auch Nachwuchs und der wird jetzt im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft ausgewildert. 2020 ist alles anders, schreibt der Tierpark im Rückblick. Sehnsüchtig warten Tierparkmitarbeiter und Storchenfans jedes Frühjahr auf die Rückkehr der wilden Störche. Mitte April wurde ein Altbekannter am Horst der Storchenvilla beobachtet. Mitarbeiter konnten ihn anhand seines Ringes als „Den vom letzten Jahr“ identifizieren. Er blieb allerdings allein, eine Partnerin folgte nicht.

Mit seinem Junggesellendasein wollte sich der einsame Storchenmann nicht abfinden und wählte kurzerhand eine der Tierpark-Störchinnen als Herzdame. Tragisch nur, dass ihm die verletzungsbedingt dauerflugunfähige Störchin nie auf den Horst der Villa hätte folgen können, informiert der Tierpark. Und weiter: Das schien der Liebe keinen Abbruch zu tun. Am Boden wurde ein alter Horst hergerichtet und Paarungen konnten ebenfalls beobachtet werden. Bis hierher ist das eine rührende Geschichte, doch dann begann das Drama auf der Storchenwiese. Das Paar behauptete sein Territorium und attackierte die anderen Bewohner. Leider ist den Attacken ein Tierpark-Storch zum Opfer gefallen. Vorsorglich wurden die übrigen Tierpark-Störche vorübergehend in einem Haus untergebracht. Doch diese Situation war für die zuständigen Mitarbeiter inakzeptabel und so mussten sie das sich gerade gefundene Paar wieder trennen. Die Herzdame zog in einen anderen Teil des Tierparks, sodass sich die zwei Störche weder sehen noch hören konnte. Die Rechnung ging auf: Nach einigen Tagen hat der Storchenmann sein Interesse an der brautlosen Storchenwiese verloren und die Tierpark-Störche konnten wieder ohne Attacken-Risiko zurück in ihr angestammtes Refugium.

Bereits im April sind vier Küken von zwei Tierpark Storchenpaaren geschlüpft. Da ein Paar nur ein Junges hatte und sich nicht für dessen Versorgung interessierte, wurde dieses Küken kurzerhand dem zweiten Paar untergeschoben, welches die Herausforderung der Aufzucht vorbildlich meisterte, berichtet der Tierpark. Etwas früher als ihre wilden Artgenossen haben diese Jungstörche nun ihr vorbereitendes Muskeltraining abgeschlossen und sind bereit für die Auswilderung im Biosphärenreservat Oberlausitzer Heide- und Teichlandschaft. Traditionell werden die Störche auf dem Hof der Biosphärenreservatsverwaltung in Wartha ausgewildert. Dort können sie weiterhin beobachtet und gegebenenfalls betreut werden. (st) 30. Juli 2020

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