Ausstellung Luckau Gartenstadt

„Entwurzelt – verwurzelt“, „Offene Arme“ oder „Gras über die Sache wachsen lassen“ nennen sich drei von zwölf Projekten der neuen Kunstausstellung „Spektrale 9“ in der Niederlausitzer Gartenstadt Luckau. Seit dem 17. Mai erobert damit wieder Kunst den öffentlichen Raum der im Jahr 1276 erstmals urkundlich erwähnten und liebevoll restaurierten Altstadt am Rande des Spreewalds. Vor 20 Jahren war die heute rund 6.000 Einwohner zählende Stadt der vielen Türme und Tulpen, in der einst sogar Napoleon übernachtete, umjubelter Gastgeber der ersten Landesgartenschau in Brandenburg. „Jetzt haben sich hier zwölf Künstler aus Brandenburg und Berlin des Kulturland-Themas 2020 ‚Krieg und Frieden‘ angenommen“, sagte Kurator Herbert Schirmer. Der letzte Kulturminister der DDR hatte sich 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs mit der Frage „Flüchtlinge – ein zeitloses Feindbild?“ an die Kunstschaffenden gewandt. Von dem Ergebnis der zeitgenössischen Kunst können sich jetzt die Besucher bis zum 17. September überzeugen.

Rund 1,4 Kilometer lang ist die vom Landkreis Dahme-Spreewald und der Stadt Luckau veranstaltete Tour der interessanten Freiluftgalerie. Sie führt von der Luckauer Kulturkirche zwischen Stadtgraben und Stadtmauer bis zum ehemaligen Laga-Park. Unterwegs zeigen die ausgestellten Werke die eigene Sicht der beteiligten Künstler zu den Folgeerscheinungen der Kriegs- und Nachkriegszeit in Brandenburg. Sie werden nach Auffassung des Kurators auch zu unerwarteten Resonanzen bei den Besuchern führen, gegen die immerwährende Gleichgültigkeit mobilisieren und das schläfrige Gewissen hinterfragen. Während aus Corona-Gründen am Sonntag keine feierliche Vernissage stattfindet, könnte es jedoch am 17. September eine würdige Feier zum Abschluss der neunten „Spektrale“ geben. Dabei soll auch der Kunstpreis „Spektra“ für das beste Ausstellungsprojekt übergeben werden. (kay)

Kunstausstellung „Spektrale 9“ in Luckau (Dahme-Spreewald) bis 17. September 2020, Eintritt frei

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