Storch Tierpark Görlitz auswildern

Er liegt in der Sonne und wartet, der Storch im Tierpark in Görlitz. Gerade hat er noch gestanden, mit dem Schnabel das Nest gerichtet, das Federkleid geputzt und sich umgesehen - alles vor laufender Kamera. Wie jedes Jahr hat der Tierpark eine Storchen-Cam eingerichtet und lädt auf seiner Internetseite dazu ein, das Nest zu beobachten.

Es geht los - Corona hin oder her, die Storchensaison 2020 kann beginnen, schreibt der Tierpark am 24. März in sein Storchentagebuch. Storch Nr. 1, erfahrungsgemäß das männliche Tier, ist angekommen. Mit großer Wahrscheinlichkeit handelt es sich um einen "Alteingesessenen". Er benimmt sich zumindest so und weiß genau, wann und wo er Futter auf dem Futterhof finden kann. Die Bodenstörche sind schon etwas weiter. Beide Paare haben je vier Eier, die sie brüten.

"Deprimierend" ist es am 8. April: Irgendwie tut sich auf dem Storchenhorst nichts. Von einem möglichen Partner oder einer Partnerin ist weit und breit keine Spur. Drei Tage später schreibt der Tierpark: Irgendwie ist dieses Jahr alles anders! Der erste Storch, den wir am Horst beobachten konnten, ist wieder weg. Es war ein unberingter Vogel. Nun ist ein weiterer Altbekannter eingetroffen, ein beringter Vogel. Doch auch der blieb zunächst allein. Bis er beim "Turteln" mit einer Bodenstörchin erwischt wurde. Tragisch nur, dass sie ihm nie auf den Horst der Villa folgen wird. Das scheint der Liebe allerdings keinen Abbruch zu tun, berichtet der Tierpark. Am Boden wird ein alter Horst hergerichtet und Tretakte konnten von den Tierpflegern auch schon beobachtet werden. Wo die Liebe hinfällt...

"Drama auf der Storchenwiese!", meldet der Tierpark am 15. April: Der Freiflieger behauptet nun sein Territorium. Leider ist seinen Attacken ein Bodenstorch zum Opfer gefallen. "Wir haben den Vogel mit blutenden Kopfverletzungen leblos auf der Wiese gefunden. Vorsorglich sind unsere übrigen Bodenstörche eingesperrt worden." Und: Der oder vielmehr ein zweiter, nicht beringter Villastorch ist (wieder) aufgetaucht. Beide Störche sind allerdings nie zeitgleich am Horst zu sehen. Der Tierpark geht davon aus, dass es sich um zwei männliche Vögel handelt. Er hat auch noch eine gute Nachricht: "Bei unseren Bodenstörchen sind in den letzten Tagen drei Küken geschlüpft."

Auf der Internetseite des Tierparks steht ein Spendenkonto. "Die Störche brauchen Ihre Hilfe!", ist dort zu lesen. "Mit Ihrer Spende ermöglichen sie es uns, verletzte und verwaiste Störche in unserer Wildtier-Auffangstation weiterhin gesundzupflegen." Auch Patenschaften werden angeboten: "Helfen Sie uns bei der Auswilderung unserer Jungstörche", schreibt der Tierpark. "Werden Sie Exklusiv-Pate und erleben Sie die Freilassung hautnah mit." (st) 

Tierpark und Kamera im Netz unter www.tierpark-goerlitz.de

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