Film Spremberg Bürgermeister Egon

„Mensch Egon“ – dieser Ausspruch hat nicht nur Kultstatus für die 14-teilige Gaunerkomödie der Olsenbande erreicht. Er wurde jetzt auch zum geflügelten Wort, ebenso wie die immer wieder nach einer Haftzeit von Egon Olsen verkündete Aufforderung für seine treuen Bandenmitglieder Benny und Kjeld für den nächsten Coup „Ich habe einen Plan!“ Einen „genialen und todsicheren Plan“, wie Egon, hatten jetzt auch zwei Spremberger Filmemacher. Regisseur Ulrich Meißner und Kameramann Peter Moschall aus der „Perle der Lausitz“ haben einen Film über den ehemaligen Bürgermeister Egon Wochatz gedreht. Fast dreieinhalb Jahre gingen Meißner und Moschall, die sich beide nicht in Spremberg, sondern erst an der Filmhochschule für Film und Fernsehen in Potsdam-Babelsberg kennengelernt haben, mit ihrer Filmidee „schwanger“.

Die 56 Minuten lange Filmdokumentation „Mensch Egon“ sollte eigentlich erstmals am 27. März im Spremberger Spree-Kino gezeigt werden. „Aber das Corona-Drama hat alles zunichte gemacht“, sagte Peter Moschall. „So muss die Premiere auf einen späteren Termin verschoben werden“, erklärte der gelernte BMSR-Mechaniker und spätere Kameramann beim Fernsehen der DDR/Außenstudio Magdeburg und dem nachfolgenden Magdeburger ZDF-Landesstudio. Erst vor kurzem wurde er im Rahmen der „Lausitziale“ durch seinen Kurzfilm „Die Mücke am Blatt“ nach einer Kurzgeschichte von Erwin Strittmatter aus dem „Schulzenhofer Kramkalender“ bekannt. Der Inhalt besteht aus einem fiktiven Dialog eines Großvaters mit seiner Enkelin. Bei „Mensch Egon“ geht es um eine porträthafte Darstellung des letzten Spremberger Bürgermeisters der DDR und des ersten Stadtoberhauptes der Bundesrepublik. Er war geachtet, gelobt, beliebt und gefeiert, aber auch gescholten, besonders wegen seiner umstrittenen Haltung bei der Aufstellung eines Gedenksteins für die Gefallenen der SS-Panzerdivision „Fundsberg“ und ihrer Ehrung auf dem Spremberger Georgenberg.  

„Unser Film behandelt die Lebensstationen von Egon Wochatz von der Kindheit bis zum Lokalpolitiker“, sagte Regisseur Ulrich Meißner. Dabei berichtet der am 6. Dezember 1936 in Spremberg geborene Wochatz in mehreren Interviews über Höhepunkte, Irrtümer und auch Niederlagen in seinem Leben. Wichtige und interessante Persönlichkeiten der Stadt, wie Hans-Joachim Handrick, Jürgen Gässner und Arthur Lischke sowie Harri Piel, Wilfried Klausch und Günter Lemke, erzählen ihre Sicht auf die Persönlichkeit von Egon Wochatz (CDU), sein Leben und Schaffen. „Verbindendes, gestalterisches Prinzip nimmt im Film die Thematik Strittmatter ein“, erklärte Meißner. Noch heute hält übrigens das Vorstandsmitglied im Erwin-Strittmatter-Verein und glühende Verfechter der „Märkischen Dichterstraße“ eine persönliche Widmung des Lausitzer Schriftstellers zu seinem 50. Geburtstag für einen „überaus wertvollen Schatz“. (kay)

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