Ausstellung Anne Frank Menschenrechtszentrum Cottbus

„Wie herrlich ist es, dass niemand eine Minute zu warten braucht, um damit zu beginnen, die Welt langsam zu verändern!“, schrieb Anne Frank am 26. März 1944 in ihr bekanntes Tagebuch. Es waren vielleicht die letzten Worte des jüdischen Mädchens aus ihrem Amsterdamer Versteck, wo sie nach 25 Monaten am 4. August 1944 mit ihren Angehörigen von der Gestapo entdeckt wurde. Mit ihrer Schwester Margot wurde sie später ins KZ Bergen-Belsen gebracht und starb vermutlich dort im Februar 1945 an Fleckfieber. Den Holocaust überlebte als einziger aus Anne Franks Familie nur Vater Otto. Ihm ist es zu verdanken, dass die in einem Hinterhaus eines Geschäftsgebäudes aufgeschriebenen Gedanken und Erlebnisse seiner am 12. Juni 1929 in Frankfurt (Main) geborenen Tochter Anne nach dem Krieg öffentlich gemacht wurden. Das Tagebuch gilt bis heute als ein historisches Dokument aus der Zeit des Holocaust und die Autorin als Symbolfigur gegen die Unmenschlichkeit des Völkermordes in der Zeit des Nationalsozialismus.  

„Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ heißt jetzt eine international renommierte Wanderausstellung des Berliner Anne Frank Zentrums. Sie wurde am 11. März in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus und dem jetzigen Menschenrechtszentrum eröffnet. „Die Präsentation zeigt die persönliche Geschichte des jüdischen Mädchens Anne Frank, festgehalten in ihrem weltbekannten Tagebuch, und den zeithistorischen Hintergrund des nationalsozialistischen Terrors in Europa“, sagte die geschäftsführende Vorsitzende des Menschenrechtszentrums Cottbus e.V. und Leiterin der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus, Sylvia Wähling. Gleichzeitig thematisiert sie aktuelle Fragen nach Menschenrechten, Gruppenzugehörigkeit, Diskriminierung und Rassismus. Die Ausstellung wird der Öffentlichkeit von zehn Jugendlichen aus Cottbus und Umgebung präsentiert, die für diese Aufgabe speziell als Peer Guides ausgebildet wurden.

Bis Anfang April wollten die Ausstellungsbegleiter über 30 Schulklassen, Jugendgruppen und Besucher durch die Präsentation im ehemaligen Cottbuser Zuchthaus begleiten, das ehemalige politische Häftlinge im Jahr 2007 kauften, um an das begangene Unrecht zu erinnern und über Menschenrechte zu sprechen. „Die eingesetzten Peer Guids sollen auf Augenhöhe mit den jugendlichen Besuchern kommunizieren“, erklärte Bildungsreferent Johannes Näder. Dazu gehört auch der Austausch über die Frage, was jeder Einzelne persönlich gegen Diskriminierung und Hass bewirken kann. (kay)

Achtung! Das Menschenrechtszentrum in Cottbus teilt mit: "Auf Anordnung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Potsdam müssen wir mit sofortiger Wirkung bis auf Weiteres auf Grund der aktuellen Lage im Land die Gedenkstätte für den Publikumsverkehr schließen."

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