Oberlausitz Verlage Bücher

Ein bisschen traurig war sie schon, die Pressekonferenz der Oberlausitzer Verlage am Montag im Bautzener Theater. Zum einen, weil sie Bücher vorstellten, die sie eigentlich auf der Leipziger Buchmesse präsentieren wollten, die wegen Corona abgesagt wurde. Zum anderen, weil die langjährige Bautzener Verlegerin Maria Matschie das letzte Mal an der jährlichen Pressekonferenz teilnahm. Sie geht in diesem Jahr in den Ruhestand und die anderen vier Verleger verabschiedeten sie herzlich mit Blumen und Büchern.

Erfreulich ist erneut die Vielfalt aus den Verlagen vom Kinder-Ausmalbuch über Krimis und versteckte Orte bis hin zu Bildbänden und wissenschaftlichen Werken über historische Obstsorten und das Ende der Steinzeit in der Lausitz. Den Anfang machte Gunter Oettel mit seinem Görlitzer Verlag, der das Buch über "Sachsens historische Obstsorten" vorstellte. Von seinen Großeltern kannte er noch die Weizenbirne, die ihm gut schmeckte, aber nicht mehr untergekommen ist. In dem Buch, das die Oberlausitz-Stiftung in Ostritz herausgab, taucht sie nun wieder auf. Große Begeisterung hat sein "Muskauer Steinzeug" ausgelöst, ein Buch, das mit einer Ausstellung in Bad Muskau verbunden war. Er stellte außerdem die "Görlitzer Spaziergänge" von einer Görlitzer Neubürgerin vor, die sich die Stadt erwandert hat. "Man geht völlig unvoreingenommen ran", sagt er, das ist auch spannend für andere.

Maria Matschie vom Domowina-Verlag warb für das "Leben im Zwiespalt 2" von Benedikt Dyrlich. Der Dichter, Publizist, frühere Landtagsabgeordnete und Chefredakteur der sorbischen Zeitung Serbske Nowiny ist jetzt im Ruhestand und erinnert sich aus Tagebüchern, Briefen und Beiträgen an die Zeit von 1990 bis 2018. Der Verlag hat außerdem ein interessantes Angebot für Kinder, die sorbisch lernen, das Bildwörterbuch "Die Welt um uns herum" mit einem Hörstift, mit dem sie ein Bild berühren können und dann Bezeichnungen, Sätze und kleine Szenen ins Ohr gesagt bekommen. Für Erwachsene hat Maria Matschie noch zwei Bildbände mitgebracht, einen über das "Land.Leben" von Thomas Kläber aus Kolkwitz bei Cottbus und einen über das "Osterreiten" von Matthias Bulang aus Bautzen, der auf dem Buchtitel mit seinem sorbischen Namen Maćij Bulank steht. Die Fotos sind sorbisch und deutsch beschriftet.

Das Museum der Westlausitz in Kamenz ist zwar kein klassischer Verlag, gibt aber auch regelmäßig Bücher heraus, oft in Verbindung mit Ausstellungen. Die Leiterin Friederike Koch-Heinrichs präsentierte ihre Reihe "Künstler der Region", jüngst mit dem Metallgestalter Manfred Vollmert und dem Maler Karl-Heinz Hochstädt, zu denen ein Kalender und ein kleiner Ausstellungskatalog erschienen sind. Die jährliche Schriftenreihe des Museums hat ein "frisches Gesicht" bekommen und enthält Beiträge zur slawischen Geschichte, über eine Grabung 2011, den Seeadler und weitere spannende Themen, sagte sie. Zur aktuellen Ausstellung "Das Ende der Steinzeit - Die ersten Bauern in der Lausitz" sind zwei kleine Kinderbücher und ein Katalog erschienen.  

Für drei Kinderbücher warb Natascha Sturm vom Neissuferverlag in Görlitz. "Fränze Knoof und der Hund mit den gelben Streifen" dreht sich um ein achtjähriges Mädchen, das die zweite Klasse wiederholt und gehänselt wird. Das Mädchen findet ein kleines Tier und als ihr neuer Freund verschwindet, setzt sie alles in Bewegung, um ihn wiederzufinden, entwirft Plakate, malt und schreibt und es gibt ein "kleines Überraschungsende", erzählt die Verlegerin. Sie hat außerdem "Tink, der kleine Bruchpilot" im Programm, ein Bilderbuch ab vier Jahre mit schönen Illustrationen von Juliane Wedlich, die schon ihr erstes Elfenabenteuer "Taty und Paul" und "Tatys kleine Kräuterfibel" illustriert hat. Und "Blauauges Rückkehr" mit der Geschichte von einem Weißstorch und einem Sachbuchteil mit Informationen über Störche und für Kinder noch einen Teil zum Ausmalen.

Für einen Krimi wirbt Andreas Gerth, der Chef des Oberlausitzer Verlages in Dittelsdorf bei Zittau. In "Humboldt & der kalte See" hat der Kommissar einen speziellen Fall zu lösen, der sich rund um den Olbersdorfer See bei Zittau rankt. Es ist bereits der dritte Teil nach Fällen in Dresden und im Zittauer Gebirge. Druckfrisch ist auch die zweite Auflage  "Wenn der Holunder reift" von der beliebten Oberlausitzer Autorin Annelies Schulz. Der Verleger hat außerdem die Reihe "Geheimnisvolles Sachsen" begonnen. Mystisch ist schon das Titelbild, auf dem "Der Eigen" und "Der blaue Ritter und der Mittelpunkt der Erde" steht. Andreas Gerth zeigt außerdem "Krabat oder die Zauberschule" von Kurt Gerlach, ein Buch über den sorbischen Zauberer, das erstmalig 1925 erschienen ist, allerdings ohne Abbildungen. Ein Enkel des Autors ist an ihn herangetreten, ob das was wäre, berichtet der Verleger, "natürlich" war seine Antwort, nun hält er die Neuausgabe in den Händen, mit eigens angefertigten Künstler-Illustrationen. Und Kinder freuen sich sicher über "Mein großes Ausmalbuch - Oberlausitzer Sagenwelt" mit Rätseln und über 60 Ausmalmotiven. (st)

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