Theater Zittau Klassenzimmer

Häusliche Gewalt ist zweifellos ein Tabu-Thema, über das viel öfter und offener gesprochen werden muss, um zu sensibilisieren und Betroffenen Mut zu machen, meint das Zittauer Theater und zeigt deswegen das Stück "Es ist, was nicht war". Am 29. Februar war die Premiere im Theater, jetzt wird es in Schulen des Landkreises gespielt. Maria Weber und Marc Schützenhofer treten damit in Klassenzimmern auf. Anhand einer Geschichte, die das Mädchen Isabelle erzählt, werden verschiedene Facetten von Gewalt im familiären Kreis gezeigt und Fragen aufgeworfen, wie: Wo fängt Gewalt an? Mit einem "Klaps" auf den Po, mit einer Ohrfeige oder schon viel früher in verbaler Form? 

Der Luxemburger Autor, Dramaturg und Regisseur Olivier Garofalo hat das Klassenzimmerstück geschrieben. Für die Regisseurin Ramona Ries ist es nicht die erste Inszenierung für junge Menschen mit sensiblen Inhalten. Am Landestheater Schleswig-Holstein inszenierte sie bereits das Stück "Pro Anna", in dem es um Magersucht geht. Mit der Zittauer Inszenierung soll das Tabu gegenüber dem Thema häusliche Gewalt ein Stück weit aufgebrochen werden. Zur Handlung schreibt das Theater: Isabelle kommt in eine neue Schule und soll sich dort an ihrem ersten Tag ihrer neuen Klasse vorstellen. Da sie nicht von sich erzählen möchte, spricht sie von ihrer besten Freundin Elisabeth, bei der sie oft zum Spielen zuhause war. Einen Besuch hat sie besonders in Erinnerung: Den Tag, an dem sie sieht, wie Elisabeths Vater, der oft zu viel trinkt, die Kontrolle über sich verliert. Isabelle erzählt, wie sie danach völlig neue Dinge über ihre beste Freundin erfährt, die sie so gut zu kennen meinte: Zum Beispiel, dass bei Elisabeth und ihrer Mutter immer eine fertig gepackte Tasche steht, falls der Tag kommt, an dem sie vor dem Vater fliehen müssen. Während Isabelle ihren neuen Klassenkameraden Elisabeths Geschichte erzählt, bekommt alles durch einen Besucher im Klassenzimmer plötzlich eine ganz neue Wendung.

Das Klassenzimmerstück kann von Schulen gebucht werden. Begleitet wird es von der Ambulanten Familienhilfe Zittau, BBZ Bautzen e.V., teilt das Theater mit. Es empfiehlt ein Gespräch im Anschluss an das Stück. (st)

Buchungsanfragen über Bianca Strohbach, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

(Achtung! Das Theater hat den Vorstellungsbetrieb bis auf weiteres eingestellt.)

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