Ausstellung DDR Wende Cottbus

Noch wird am Cottbuser Amtsteich gepinselt und gewerkelt. Aber in reichlich einer Woche sollen die Renovierungsarbeiten in dem zum Brandenburgischen Landesmuseum für moderne Kunst (BLMK) gehörenden Dieselkraftwerk in Cottbus beendet sein. „Dann starten wir in die neue Ausstellungssaison“, verkündete Museumsdirektorin Ulrike Kremeier. Sie soll auf alle Fälle noch erfolgreicher werden, als im Vorjahr. Da sahen rund 50.000 Besucher die Präsentationen und die etwa 600 Kunstwerke insbesondere zum Bauhaus-Klassiker „Unbekannte Moderne“ in Cottbus und am Pendant-Standort in Frankfurt (Oder). „Ein so genanntes Überthema soll es allerdings dieses Mal nicht wieder geben“, so die Museumschefin. Dafür sollen verschiedene Künstler besonders im Fokus stehen und man will sich in der neuen Ausstellungssaison verstärkt auf den Fundus der rund 40.000 Werke aus den Bereichen Malerei, Fotografie, Grafik, Plakatkunst und Skulptur aus der eigenen Sammlung konzentrieren. Mit 14 der insgesamt 23 BLMK-Ausstellungen wird der „Löwenanteil“ in der Lausitz-Metropole gezeigt.

Los geht es offiziell am 14. Februar. Da wird die Ausstellung „Kollektive Signaturen. Komplizenschaft und kooperative Produktion im Plakat“ im alten Dieselkraftwerk eröffnet. Gezeigt werden bis zum 3. Mai Werke aus der eigenen Sammlung von deutschen, französischen und Schweizer Plakatkünstlern. Parallel dazu gibt es im gleichen Zeitraum Michael Morgners Präsentation „Urknall und Auferstehung. Eine besondere Delikatesse verspricht die Ausstellung „1990 – Fotografische Positionen aus einem Jahr, über ein Jahr“ vom 28. Februar bis 17. Mai. Unter den 14 Fotografen, die Bilder zum Umbruch- und Wendejahr beisteuerten, sind der Bautzener Künstler Jürgen Matschie und der Cottbuser Filmemacher Donald Saischowa. Danach folgt vom 18. Mai bis 23. August mit „Crazy. Der gesetzliche Irrenhausschuppen“ aus der Heidelberger Prinzhornsammlung ein Zweiteiler von fünf Fotografen, die sich gefühlvoll mit dem Leben mit psychischen Erkrankungen auseinander setzen.

Anschließend vom 2. Juni bis 23. August werden im Cottbus Dieselkraftwerk verschiedene Werke der Malerei und Grafik aus der BLMK-Sammlung zum Thema „Ausnahmezustand“ gezeigt. Dabei handelt es sich um die Darstellung von emotionalen und gesellschaftlichen Ausnahmezuständen. Den Abschluss des Ausstellungsreigens bildet vom 13. September bis 22. November die Präsentation „Rausch der Bilder. Sammlung Chagas Freitas/Kunst aus der DDR und ihre Reise nach Brasilien“. Die zweiteilige Gruppenausstellung zeigt Werke ostdeutscher und brasilianischer Künstler im Produktionszeitraum von 1960 bis 1990. Von den diesjährigen Ausstellungen in der Frankfurter Rathaushalle ist besonders die Präsentation „Ich, du, wir“ mit dem Untertitel „Das Bildnis der DDR“ (13. September- 15. November) hervorzuheben. Sie zeigt Werke von 67 Künstlern, unter anderen von Bernhard Heisig, Wolfgang Mattheuer, Hans Scheuerecker, Werner Tübke und Neo Rauch. (kay) 

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