Verein Spremberg Kapelle

Jutta von Kittlitz freut sich. Das Adelsfräulein aus der wohl berühmtesten Spremberger Sage findet es gut, dass der städtische Laga-Verein jetzt „Nägel mit Köpfen“ macht. In dieser Woche präsentierten die rührigen Vereinsmitglieder um den Vorstandsvorsitzenden Frank Meisel ein maßstabsgerechtes Modell von der legendären St. Georgenkapelle. Das kleine Gotteshaus auf dem Georgenberg wurde vermutlich im 12. Jahrhundert errichtet. Sein Bau war nach alten Überlieferungen von der Tochter des Grafen von Kittlitz aus Dankbarkeit beauftragt worden, weil ihr Geliebter Seyfried von Loeben lebend und unversehrt aus den dritten Kreuzzügen (1189-1192) wieder in die Herrschaft Spremberg zurückgekehrt war. Nur noch ein schlichter Feldsteinhaufen und eine kleine Tafel sowie ein jährliches Georgenbergfest erinnern bis heute an die kleine Kapelle, die vermutlich im Jahr 1970 ohne archäologische Begleitung mit einem Panzer niedergewalzt wurde.

In absehbarer Zeit soll die Georgenberg-Kapelle nun (fast) an der alten Stelle auf der höchsten Spremberger Erhebung wieder entstehen. „Mit der Aufstellung des Models wollen wir den Sprembergern unser Vorhaben der Imagination der Kapelle und damit eines andeutungsweisen Wiederaufbaus näherbringen“, erklärte Laga-Vereinschef Frank Meisel. Das stählerne Modell im maßstabsgerechten Verhältnis 1:20 soll künftig an verschiedenen, öffentlich zugänglichen Orten der Stadt aufgestellt werden und als große Spendenbox und Sparbüchse dienen. „Nach groben Schätzungen geht der Verein von einer Gesamtinvestition im niedrigen, sechsstelligen Bereich aus“, so Meisel. Erst nach Abschluss der Planungen ist jedoch eine genaue Kostenkalkulation möglich. Das notwendige Geld soll über Fördermittel sowie durch die Unterstützung von Spendern aufgebracht werden.

Zur Werbung von Unterstützern hat der Laga-Verein bereits ein kleines Exposé erarbeitet. Der Nachbau der historischen Kapelle mit einer Grundfläche von neun mal elf Metern soll aus denkmalschutz-rechtlichen Gründen leicht versetzt zum ehemaligen Standort erfolgen. So werde gewährleistet, dass die neue Bodenplatte die wenigen noch vorhandenen Steine des originalen Fundaments nicht beschädigt. Dem Vorhaben des Vereins war eine umfangreiche, denkmalschutzrechtliche Betrachtung des gesamten Georgenberg-Areals vorausgegangen. Besucher und Spender können sich jetzt das vom Laga-Verein vorgestellte Modell der St. Georg-Kapelle im Foyer der Spremberger Sparkasse Spree-Neiße in der Langen Straße ansehen. (kay)

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