Theater Görlitz Zittau Premiere

Tanz oder Musical? Fans des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau mussten sich entscheiden. Am 25. Januar boten die beiden zusammengeschlossenen Häuser gleich zwei Premieren: die "Heiße Ecke" in Zittau und "Fesche Mode" in Görlitz. 

Mit der "Heißen Ecke" kommt ein Hamburger Kultmusical nach Zittau. Es wird seit 2003 auf der Reeperbahn gezeigt, teilt das Theater mit. Nun findet es seinen Weg in die Oberlausitz und bringt ohrwurmverdächtige Songs und das Lebensgefühl der Hansestadt an die Mandau. Mehr als 40 verschiedene Figuren spiegeln das bunte Leben rund um die Würstchenbude wider. Ob Zuhälter, besoffene Männergruppen, Frauen, Kinder, Prostituierte und Spielsüchtige: Im Laufe des Abends werden die Zuschauer allen begegnen und sich von derben Tischgesprächen und berührenden Geschichten in eine Welt mitnehmen lassen, die Ihnen sonst verborgen bleibt, schreibt das Theater. "Sie werden mitfiebern, hoffen, bangen und lachen, nur gähnen, das werden Sie nicht." Zur Handlung heißt es: Rund um den Imbiss "Heiße Ecke 24" finden sich 24 Stunden lang die unterschiedlichsten Gestalten ein. Touristen suchen nach dem Weg, Eltern treffen unverhofft auf ihre Kinder (die eigentlich gerade für eine wichtige Klausur lernen sollten), eine junge Frau wartet auf ihren Freund und ein Hehler träumt von einer Zukunft weit weg von Sankt Pauli. Nur die Crew der Imbissbude steht in diesem Wirrwarr wie ein Fels in der Brandung und hilft den umherirrenden Gästen mit Rat und Tat. Wünsche, Sehnsüchte, Träume und die Suche nach der großen Liebe treffen in diesem Schmelztiegel zwischen Pommes, Bier und Currywurst aufeinander. Und wer weiß? Vielleicht ist man dem Ziel morgen schon einen Schritt näher. Neun Schauspieler schlüpfen in über 40 verschiedene Rollen, Regie führte die Zittauer Theaterchefin Dorotty Szalma.

Derweil geht es in Görlitz um "De fesche Mode". Die Tanzcompany und ihre Chefs Dan Pelleg und Marko E. Weigert laden dazu ein, das Phänomen Mode mit anderen Augen zu betrachten. Wir ahmen seit Hunderten von Jahren, ja eigentlich schon, seit es uns Menschen gibt, das Verhalten von anderen nach, heißt es zu dem Stück. Babys ahmen ihre Eltern nach in Mimik und Sprache, wir unsere Vorbilder. So lernen wir, so ordnen wir uns gesellschaftlich ein, so entstehen schließlich unsere Traditionen und Kulturen. Nur wer aussieht, wie der Rest, gehört auch dazu, meint das Theater. Zu verschiedenen Zeiten kann allerdings das, was für "schön" gehalten wird, vollkommen anders sein. Das Theater fragt: Wenn alle nur das gleiche tragen, wie entstehen neue Trends? Ist es auch cool gegen den Strom zu schwimmen? In dem neuen Stück sucht die Company mit zehn Tänzern Antworten. Denn Mode hat anfangs immer auch mit der Überschreitung eines Erwartungshorizonts des geltenden Geschmacks zu tun, schreibt das Theater. Und: "Entdecken Sie in unserer neuen Produktion Mode mit ganz anderen Augen!" (st)

"Heiße Ecke" im Zittauer Theater, Vorstellungen bis 23. Februar, ab 7. März in Görlitz, "De fesche Mode" im Görlitzer Theater, Vorstellungen bis zum 30. Mai, Kartentelefon 03581 474747

Das Theater im Netz: www.g-h-t.de

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