Brandenburg Kultur Ministerium

„Neue Besen kehren gut, aber die alten wissen, wo der Dreck liegt“, heißt ein altes Sprichwort. Nicht ganz trifft diese Redewendung allerdings auf die neue Brandenburger Kulturministerin Manja Schüle (SPD) zu. Denn die 1976 in Frankfurt an der Oder geborene und promovierte Politikwissenschaftlerin hat bereits in vielen Landesfunktionen ordentlich „Staub gewischt“ und sich Meriten verdient. Vielleicht gab deshalb die neue Kenia-Koalition aus SPD, CDU und Grünen nach der Landtagswahl der jetzt in Potsdam-Babelsberg mit Ehemann und Sohn lebenden Schüle den Vorzug als Ministerin vor Martina Münch (SPD). „Bums“ hat es da plötzlich für die engagierte Cottbuserin gemacht, die in ihrer Amtszeit immerhin gemeinsam mit den Stiftungsräten weitreichende Personal- und Finanzierungsentscheidungen für die kulturellen „Leuchttürme“ festgezurrt und auch ansonsten ministeriell viel bewegt hatte. Was aus der Ex-Heidelbergerin nun wird, steht noch in den Sternen. „Bis zum jetzigen Zeitpunkt hält sie sich jedenfalls noch bedeckt“, teilte ein Ministeriumssprecher mit.

Anders dagegen ihre Nachfolgerin Manja Schüle, die immerhin als einzige SPD-Abgeordnete in Ostdeutschland ein Direktmandat für den Bundestag gewonnen hatte. Mit einem Federstrich wischte sie im Einklang mit dem im neuen Koalitionsvertrag festgeschriebenen Passus, nachdem alle Ministerien mit Hauptsitz in der Landeshauptstadt Potsdam bleiben, eine lauthals vor der Wahl angekündigte Umsiedlung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur nach Cottbus vom Tisch. „Die Lausitz braucht keinen symbolischen Umzug eines Landesministeriums – sie braucht Ansiedlungen, Kapital, Ideen und politische Unterstützung“ erklärte die neue Ministerin bei ihrem Antrittsbesuch vor kurzem in Cottbus. Andererseits sanktionierte Manja Schüle die personellen Entscheidungen für die Brandenburgische Kulturstiftung Cottbus-Frankfurt (Oder) und der Stiftung Branitz, die auf der Grundlage von öffentlichen Ausschreibungen und Entscheidungen der Stiftungsräte gefallen sind. Demnach wird Stephan Märki zur Spielzeit 2020/2021 neuer Intendant und Operndirektor des Staatstheaters Cottbus. Iris Dönicke tritt im Herbst 2020 als Verwaltungsdirektorin der Stiftung die Nachfolge von René Serge Mund an und Stefan Körner wird ab 1. Januar 2020 neuer Direktor der Branitzer Stiftung.

„Ich bin froh, dass alle zentralen Positionen in diesen herausragenden Kultureinrichtungen der Lausitz wieder besetzt sind“, sagte Schüle. Für sie ist ganz klar, dass Brandenburgs einziges Staatstheater, das Landesmuseum für moderne Kunst und das Pückler-Erbe in Branitz Leuchttürme sind und bleiben mit weit überregionaler Ausstrahlung. „Mit diesen Kultur-Einrichtungen und der Brandenburgischen Technischen Universität ist Cottbus die Kulturmetropole zwischen Berlin und Dresden“, erklärte die Ministerin. Sie bieten hoch attraktive und facettenreiche Kulturangebote, stiften Identität vor Ort, locken Gäste von weither an und sind zudem wichtige Partner bei der Strukturentwicklung der Lausitz, so Schüle. Das Land Brandenburg unterstützt die Brandenburgische Kulturstiftung in diesem Jahr mit rund 12,4 Millionen Euro. (kay)

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