Auf den Lausitzer Bühnen hat die Märchenzeit begonnen. Das Bautzener Theater machte den Anfang mit dem Stück "Der Zauberer der Smaragdenstadt" nach Alexander Wolkow. Ein Sturm rast über Kansas. Er reißt das Häuschen, in dem sich Elli an ihrem Hund Totoschka festhält, in die Luft, trägt es weit weg ins Wunderland und lässt es dort im Blauen Land der Käuer auf die böse Hexe Gingema krachen. Die dankbaren Käuer wollen Elli zu ihrer Königin, doch sie will keinen Dank, sondern nur schnell wieder nach Hause. Aber wie? Ein gelber Backsteinweg führt durch das Wunderland bis zur Smaragdenstadt, in der der große Goodwin sehnlichste Wünsche erfüllen soll. Elli läuft los, mit den silbernen Schuhen der Hexe an den Füßen. Unterwegs trifft sie den netten Scheuch, der sich statt Stroh ein Gehirn im Kopf wünscht, den eisernen Holzfäller, der ständig weinen muss, weil in seiner Brust kein Herz schlägt.  Und schließlich stolpern sie über den feigen Löwen, der sich  von Goodwin Mut erhofft. Gemeinsam müssen die vier Freunde gegen Säbelzahntiger, Menschenfresser, fliegende Affen und böse Hexen kämpfen. Aber das größte Abenteuer beginnt erst, als sie endlich in der grünen Stadt vor Goodwin stehen und dieser nichts zu bieten hat als Theaterzauber, schreibt das Bautzener Theater und fragt: Wird Elli trotzdem nach Hause kommen? Das Stück hatte am 13. Oktober im großen Haus Premiere. Regie führte der Oberspielleiter Stefan Wolfram. Für die Musik ist Tasso Schille verantwortlich. Eine Choreographie steuerte Ralf Herzog bei, der als Pantomime bekannt ist, auch schon beim Bautzener Sommertheater mitspielte und nun erneut als Gast mitwirkte.

Das Senftenberger Theater hatte fast die gleiche Idee und zeigt das Musical-Märchen "Der Zauberer von Oss". Dort wird die junge Dorothee mitsamt Haus durch einen heftigen Sturm ins wundersame Zauberland Oss gewirbelt und trifft die böse Hexe des Westens. Einzig mit der Hilfe des großen Zauberers von Oss kann sie dieses eigenartige Land wieder verlassen. Auf ihrem Weg begegnen ihr eine  Vogelscheuche, die gern Grips hätte, ein Blechmann, der gern lieben würde und ein Löwe, der gern mutig wäre. Mit dem Kinderbuch "Der Zauberer von Oz" wurde Lyman Frank Baum 1900 über Nacht berühmt, schreibt das Theater. Der Klassiker ist auch bekannt durch die Verfilmung mit Judy Garland in der Hauptrolle. Das Bühnenstück hat am 22. November in Senftenberg Premiere.

Das Görlitzer Theater hat das Musical "Der Zauberer von Oz" bereits auf die Bühne gebracht und vom 22. November an wieder im Spielplan. Außerdem bietet es "Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern" als Tanzstück zum ersten Mal am 1. Dezember im kleinen Haus "Apollo". Seit dem großen Erfolg der Familienproduktion "Die kleine Meerjungfrau" glauben die Tänzer immer mehr an die Macht von eher tragischen Märchen, spiegeln sie doch in vielen Fällen oft mehr die Wirklichkeit wider und auch nicht selten die scheinbar ganz alltäglichen Probleme als Geschichten mit "Happy End". In Hans Christian Andersens Märchen sehen sie ein sehr verarmtes oder vielleicht sogar obdachloses Kind, jedoch auch ein leidenschaftliches Plädoyer für das Träumen von ­einem besseren Leben und das Streben ­danach. 

Das Zittauer Theater zeigt das Märchen "Pinocchio" des italienischen ­Autors Carlo Collodi für Besucher ab fünf Jahre. Der alleinstehende, kinderlose Tischler Gepetto hat ­gerade eine neue Holzpuppe fertig, die er auf den Namen Pinocchio tauft und spricht seinen sehnlichsten Wunsch aus, diese möge doch ein echter ­Junge werden. Als er am nächsten Morgen aufwacht, ist sein Wunsch auf wundersame Weise in Erfüllung gegangen: Die kleine Holzpuppe lebt! Während der frisch erweckte ­Pinocchio aufregende Abenteuer erleben, sein Glück finden und die ganze Welt sehen möchte, hat Gepetto ganz andere Pläne: Er besorgt eine Fibel, damit ­Pinocchio zur Schule gehen kann. Doch schon auf dem Weg dorthin wird Pinocchio durch überwältigende Verlockungen wie sprechende Tiere, einen Zirkus und auch durch einige zwielichtige Gestalten so abgelenkt, dass er alles andere vergisst und auf abenteuerliche, märchenhafte und dramatische Abwege gerät, schreibt das Theater. Und: Besonders beliebt ist die Figur bei Kindern dafür, dass ihre Nase wächst, sobald sie lügt. (st)

"Der Zauberer der Smaragdenstadt" im Bautzener Theater wieder am 16.10., 10 Uhr, für Ferienkinder, 26.10., 17 Uhr, Kartentelefon 03591 584225

"Der Zauberer von Oss" im Senftenberger Theater am 22. November, 10 Uhr, nächste Vorstellungen am 25.11., 10 Uhr, 26.11., 9 Uhr und 11 Uhr, Kartentelefon 03573 801286

"Pinoccio" im Zittauer Theater am 16. November, 18 Uhr, nächste Vorstellungen am 18.11. und 19.11., 10 Uhr; im Görlitzer Theater am 11.12., 9 und 12 Uhr, nächste Vorstellungen am 12.12., 9 und 12 Uhr, Kartentelefon 03581 474747

"Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern" am 1. Dezember, 17 Uhr, im Görlitzer Apollo, nächste Vorstellungen am 3.12. und 4.12., jeweils 9 und 11 Uhr, Kartentelefon 03581 474747  

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